Mainz (epd). Die Polizei reagiert mit verstärkten Kontrollen am bevorstehenden Karfreitag auf den Trend, den christlichen Feiertag als „Car Friday“ zum inoffiziellen Saisonauftakt von Auto-Enthusiasten umzudeuten. Bei den Treffen der bundesweiten „Autoschrauber-Szene“ komme es immer wieder „zu problematischen Begleiterscheinungen“, begründete das rheinland-pfälzische Landeskriminalamt in Mainz in einer Mitteilung am Freitag die erhöhte Präsenz der Sicherheitsbehörden. Insbesondere gegen illegale Autorennen, überhöhte Geschwindigkeit sowie unnötige Lärmbelästigung werde die Polizei vorgehen.
Sowohl bei geplanten als auch bei spontanen Rennen handele es sich um Straftaten. Den Beteiligten drohten hohe Bußgelder, Führerscheinentzug und die Beschlagnahmung des Fahrzeugs. „Vor diesem Hintergrund appelliert die Polizei an alle Mitglieder der Tuning-Szene sowie an sämtliche Verkehrsteilnehmenden, sich verantwortungsbewusst zu verhalten und die geltenden Verkehrsregeln einzuhalten“, heißt es in der Mitteilung.
Chaotische Zustände am Nürburgring
In Rheinland-Pfalz hat sich in den vergangenen Jahren die Region um den Nürburgring als Treffpunkt von Autoliebhabern und Autoposern etabliert. Am Karfreitag erinnern Christen in aller Welt an die Kreuzigung Jesu. Obwohl er laut Gesetz zu den sogenannten stillen Feiertagen zählt, an denen zahlreiche öffentliche Aktivitäten untersagt sind, ist die Rennstrecke auch an diesem Tag gegen Gebühr befahrbar.
In den Orten am Nürburgring herrsche am Karfreitag ein katastrophales Verkehrschaos, sagte die evangelische Pfarrerin von Adenau im Landkreis Ahrweiler, Claudia Rössling-Marenbach, dem Evangelischen Pressedienst (epd): „Wir mussten den Gottesdienstplan komplett umstellen.“ Zuvor sei es immer wieder vorgekommen, dass Pfarrer auf dem Weg von einem Ort in den anderen hoffnungslos im Stau steckengeblieben sind.



