Unicef: Zwei Millionen Kinder in Somalia von Hunger bedroht

Unicef: Zwei Millionen Kinder in Somalia von Hunger bedroht
Dürre, Gewalt, Vertreibung und die Kürzung von Hilfsgeldern setzen Familien in Somalia unter Druck. Der Nahostkrieg verschärft die Not in dem Land am Horn von Afrika zusätzlich.

New York, Genf (epd). Rund zwei Millionen Kinder in Somalia sind laut dem UN-Hilfswerk Unicef von Hunger bedroht. Dürre, Gewalt, Vertreibung und die Kürzung weltweiter finanzieller Mittel setzten Familien und ihre Grundversorgung zunehmend unter Druck, warnte Unicef am Freitag in New York.

Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran verschärfe die Not zusätzlich. Der Transport von Lebensmitteln, Medikamenten, Treibstoff und Wasser werde durch den Nahostkonflikt teurer. Weil Somalia stark auf Importe angewiesen sei, stiegen die Preise rasant. In Regionen, die von Trockenheit betroffen seien, hätten sich die Wasserkosten bereits mehr als verdoppelt. Wasser werde immer knapper und Treibstoff für die Lieferung unbezahlbar.

Gesundheitseinrichtungen geschlossen

Unicef braucht nach eigenen Angaben in diesem Jahr 121 Millionen US-Dollar (97 Millionen Euro), um Kindern und Familien in Somalia zu helfen. Bislang seien weniger als 20 Millionen US-Dollar (17 Millionen Euro) eingegangen. Unicef rief Geber auf, mehr Gelder für den Kampf gegen die Not in Somalia bereitzustellen.

Im vergangenen Jahr hätten wegen unzureichender Finanzierung bereits mehr als 400 Gesundheits- und Ernährungseinrichtungen schließen müssen. Ohne sofortige Unterstützung könnten in den kommenden Monaten weitere Einrichtungen folgen, viele davon in Bezirken mit der höchsten Ernährungs- und Nahrungsmittelunsicherheit. Das von Dürren geplagte Somalia gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Regierung ist instabil. Teile des Landes werden von der islamistischen Terrormiliz Al-Shabaab kontrolliert.