Bundestag beschließt Reform der privaten Altersvorsorge

Bundestag beschließt Reform der privaten Altersvorsorge
Das System der privaten Altersvorsorge wird neu aufgestellt. Der Bundestag beschloss die Einführung neuer Vorsorgeprodukte und veränderte Fördermöglichkeiten.

Berlin (epd). Wer privat fürs Alter vorsorgen möchte, hat dazu bald neue Möglichkeiten. Der Bundestag beschloss am Freitag in Berlin mit den Stimmen der Koalition von Union und SPD einen Gesetzentwurf des Bundesfinanzministeriums, der die Einführung neuer Vorsorgedepots und veränderte Fördermöglichkeiten vorsieht. Unter anderem soll es ein staatliches Standarddepot geben. Dabei müssen die Kundinnen und Kunden nur wenige Entscheidungen für die Geldanlage treffen.

Auch private Anbieter werden verpflichtet, ein solches Standardprodukt im Portfolio zu haben. Die Kosten werden auf ein Prozent der durchschnittlichen jährlichen Rendite gedeckelt. Bei anderen Produkten soll es möglich sein, das Geld mit höherem Risiko und zugleich höheren Renditechancen anzulegen. Hier gilt der Ein-Prozent-Deckel für die Kosten nicht.

Die im bisherigen Riester-System übliche Garantie, dass mindestens die eingezahlten Beiträge am Ende auch ausgezahlt werden, fällt für die neuen Depotvarianten weg. So soll eine stärker renditeorientierte Geldanlage ermöglicht werden. Es gibt aber auch weiterhin ein Garantiedepot: Dabei können Kundinnen und Kunden wählen, ob sie eine besonders sichere Geldanlage wünschen und 100 Prozent des eingezahlten Kapitals für die Auszahlung garantiert haben wollen, oder ob sie etwas risiko- und chancenreicher anlegen mit einer Auszahlungsgarantie von 80 Prozent.

Förderung auch für Selbstständige

Für alle Varianten gilt: Für jeden eingezahlten Euro gibt der Staat künftig 50 Cent dazu bei einer Einzahlung bis 360 Euro im Jahr. Für jeden weiteren Euro sind es 25 Cent bis zur Grenze von 1.800 Euro Einzahlung. Hinzu kommen Zulagen für Familien mit Kindern. Anders als heute können auch Selbstständige von der staatlichen Förderung profitieren.

Die neuen Produkte und Fördermöglichkeiten sollen zum Jahreswechsel starten. Bevor das Gesetz in Kraft treten kann, ist noch die Zustimmung des Bundesrats erforderlich. AfD und Grüne enthielten sich bei der Abstimmung im Bundestag, die Linke stimmte gegen den Entwurf.