Verbände fordern Verbot von Sportwetten-Werbung in Stadien

Verbände fordern Verbot von Sportwetten-Werbung in Stadien

Frankfurt a.M. (epd). Der Internationale Bund (IB) und der Fachverband Glücksspielsucht haben ein Verbot von Sportwetten-Werbung in Fußballstadien gefordert. Es sei inakzeptabel, dass Profiklubs Geld damit verdienten, das Suchtrisiko ihrer Fans massiv zu erhöhen, sagte IB-Präsidentin Petra Merkel am Donnerstag in Frankfurt am Main. Mehr als eine Million Menschen in Deutschland gelten nach Angaben der Bundesregierung als glücksspielsüchtig, weitere drei Millionen zeigten ein suchtriskantes Verhalten.

Betroffene verbrächten oft täglich Stunden am Smartphone oder PC und könnten nicht aufhören, Geld zu setzen, erklärte der IB, der Träger von Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit ist. In den Online-Portalen der Wettkonzerne könnten Fans 24 Stunden am Tag Einsätze platzieren. Dort gebe es besondere Angebote, so könne man während eines Fußballspiels darauf wetten, welches Team das nächste Tor schießt. Süchtige könnten sich dem Sog des Wettens nicht entziehen. Sie seien häufig nicht mehr in der Lage, ihren Alltag zu bewältigen und gerieten leicht in Schulden.