Prien will "differenzierte Debatte" zu Social-Media-Verbot

Prien will "differenzierte Debatte" zu Social-Media-Verbot
Die Bedenken gegen ein mögliches pauschales Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche nehmen zu. Die jungen Menschen sollen selbst dazu angehört werden.
26.03.2026
epd
Von Markus Geiler (epd)

Berlin (epd). In der Diskussion über ein Social-Media-Verbot für Kinder und Jugendliche wird vor einfachen Lösungen gewarnt. Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) wandte sich am Donnerstag in Berlin bei der Bildungsministerkonferenz dagegen, die Debatte auf die Verbotsfrage zu reduzieren. Aktuell fänden bundesweit große Jugendbeteiligungsformate statt, um auch die Ansichten der Kinder und Jugendlichen zu dem Thema zu hören. „Wir brauchen eine differenzierte Debatte“, sagte Prien.

Die Präsidentin der Bildungsministerkonferenz, die bayerische Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler), kündigte an, die Ministerrunde werde im Juni dazu eine Erklärung abgeben. Bei der Stärkung von Medienkompetenz und dem gleichzeitigen Schutz der Kinder komme den Schulen eine Schlüsselrolle zu. Aktuell gebe es dafür bisher nicht genug Raum und Zeit in den Lehrplänen.

Kommission: Keine einfache Lösung suggerieren

Ähnlich äußerte sich die Kommission für Jugendmedienschutz. „Der Wunsch nach einem 'Rundum-Sorglos-Angebot' ist zweifelsohne verführerisch, und mit einem Verbot wird eine verlockend einfache Lösung suggeriert“, erklärte die Kommission am Donnerstag in Berlin in einer Stellungnahme.

Hingegen könne man „von milliardenschweren Unternehmen durchaus erwarten, dass sie, statt auszugrenzen, den Schutz der Nutzenden bei der Ausgestaltung ihrer Produkte in den Mittelpunkt stellen. Anstatt uns voneinander zu trennen und bislang gemeinsame Kommunikationsräume abzuriegeln, werden Altersgrenzen so zum Orientierungsrahmen“, hieß es weiter.

Fachleute legen am 24. Juni Bericht vor

Auch brauche es flächendeckend geeignete Medienkompetenzangebote für alle. Kinder müssten „Schritt für Schritt den Umgang mit Medien erlernen können“.

Der Bundesvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), Volker Andres, sieht die gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen durch ein Social-Media-Verbot gefährdet. „Junge Menschen dürfen nicht pauschal ausgeschlossen werden“, sagte Andres dem in Freiburg erscheinenden christlichen Magazin „Herder-Korrespondenz“ (April-Ausgabe). Statt eines Verbotes brauche es deutlich mehr Bildungs- und Beratungsangebote.

Eine von der Bundesbildungsministerin eingesetzte Expertenkommission zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt will laut Prien am 24. Juni entsprechende Handlungsempfehlungen über strengere Regeln für Kinder im Netz übergeben. Bereits Mitte April lägen Ergebnisse einer Bestandsaufnahme vor, unter anderem zu juristischen Fragen.