Wilmer wird Bischof von Münster

Wilmer wird Bischof von Münster
Erst vor vier Wochen wurde Heiner Wilmer zum Vorsitzenden der katholischen Deutschen Bischofskonferenz gewählt. Nun wechselt der reformorientierte Bischof vom Bistum Hildesheim an die Spitze des mitgliederstärksten Bistums nach Münster.
26.03.2026
epd
Von Franziska Hein (epd)

Münster (epd). Papst Leo XIV. hat den bisherigen Bischof von Hildesheim, Heiner Wilmer, zum neuen Bischof von Münster ernannt. Im St.-Paulus-Dom wurde der 64-Jährige, der seit vier Wochen auch Vorsitzender der katholischen Deutschen Bischofskonferenz ist, am Donnerstagmittag der Öffentlichkeit präsentiert. Damit tritt er an die Spitze des mit 1,6 Millionen Katholiken mitgliederstärksten deutschen Bistums.

Seine feierliche Amtseinführung wird am 28. Juni stattfinden, wie das Bistum mitteilte. Wilmer folgt auf Felix Genn (75), der vor gut einem Jahr altersbedingt zurückgetreten war. Wilmer ist seit 2018 Bischof von Hildesheim. Der neue Bischof bedankte sich beim Domkapitel und bei Papst Leo XIV. für das Vertrauen.

Mit Applaus begrüßt

Sein Herz sei mit Dank erfüllt, sagte Wilmer. Der neue Bischof war im Dom mit großem Applaus der anwesenden Gläubigen begrüßt worden. Er komme mit großem Respekt vor den Menschen im Bistum und vor der Aufgabe, sagte er. Er spüre jedoch auch eine „innere Schwere“. Denn die Menschen im Bistum Hildesheim lägen ihm auch sehr am Herzen, sagte er mit zitternder Stimme. Er sei aber sicher, dass er auch in Münster Menschen finden werde, die mit ihm gingen und die ihn tragen, sagte er. Wenn er all die Menschen im Dom anschaue, brenne ihm das Herz.

Der Fuldaer Bischof und stellvertretende Vorsitzender der Bischofskonferenz, Michael Gerber, gratulierte seinem Amtsbruder und bot Unterstützung bei der Doppelrolle Münsteraner Bischof und Bischofskonferenz-Vorsitzender an. Es seien bewegte Zeiten für Gesellschaft und Kirche und nun auch für den neuen Bischof von Münster, sagte Gerber laut Mitteilung der Bischofskonferenz in Bonn. Flächenmäßig ausgedehnt, beherberge das Bistum Münster nunmehr die größte Zahl von Katholikinnen und Katholiken in Deutschland. Er sei davon überzeugt, Wilmers bisherige Wegstationen hätten ihm viel an Kenntnis und Erfahrung für diese neue Aufgabe mitgegeben.

Der Münsteraner Kirchenrechtler Thomas Schüller nannte die Ernennung eine kluge Wahl. Wilmer sei „ein kluger und besonnener Reformer“, der gut zum Bistum Münster passe. Er traue sich mit Mitte 60 etwas: den Vorsitz einer zerstrittenen Bischofskonferenz und gleichzeitig die Leitung der größten und gut aufgestellten Diözese. „Münster ist somit zukünftig der Hotspot der katholischen Kirche und nicht Köln mit einem völlig isolierten Kardinal“, sagte Schüller dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Bistum reicht vom Niederrhein bis Niedersachsen

Der St.-Paulus-Dom ist das geistliche und religiöse Zentrum des im Jahr 805 gegründeten Bistums. Der Bereich des Bistums reicht vom nördlichen Niederrhein an der niederländisch-deutschen Grenze bis nach Westfalen. Außerdem gehört der Offizialatsbezirk Oldenburg in Niedersachsen zum Bistum, in dem rund 240.000 Katholiken leben. Wilmer ist der 77. Bischof des Bistums.

Wilmer wurde am 9. April 1961 im niedersächsischen Schapen geboren. 1980 trat er in die Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Priester ein. 1987 wurde er zum Priester geweiht. Von 1987 bis 1993 studierte er in Rom und Freiburg. Nach verschiedenen beruflichen Stationen - unter anderem in der New Yorker Bronx - wurde er Schulleiter an einem Gymnasium in Niedersachsen. Von 2007 bis 2015 war Wilmer Provinzial der Deutschen Ordensprovinz der Herz-Jesu-Priester in Bonn und im Anschluss bis 2018 Generaloberer der Herz-Jesu-Priester in Rom, bis Papst Franziskus ihn zum Bischof machte.