Düsseldorf, Ahaus (epd). Der Umweltverband BUND will weiter versuchen, die geplanten Castor-Transporte mit hochradioaktivem Atommüll von Jülich nach Ahaus auf juristischem Weg zu verhindern. Die Organisation werde am Donnerstag im Hauptsachverfahren die eigene Klagebegründung einreichen, „um eine vollständige Aufklärung und Bewertung der Risiken zu erreichen“, kündigte die stellvertretende NRW-Landesvorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Kerstin Ciesla, am Montag in Düsseldorf an. „Solange nicht alle Sicherheitsfragen geklärt sind, halten wir den Start dieser Transporte für rechtswidrig.“
In der Klagebegründung soll auch eine umfassende richterliche Prüfung der nur teilgeschwärzt vorgelegten Akten mit den sicherheitsrelevanten Informationen beantragt werden. Der BUND hatte im vergangenen Jahr gegen die vom Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung erteilte Beförderungsgenehmigung für 152 Castor-Behälter Widerspruch eingelegt. Nachdem der Widerspruch abgelehnt wurde, scheiterte der BUND Anfang Januar mit einem Eilantrag vor dem Verwaltungsgericht Berlin. Auch vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg scheiterte die Umweltschutzorganisation Anfang März mit einem Eilantrag.
Weiterer Eilantrag möglich
„Gleichzeitig haben die Gerichte in den Eilbeschlüssen jeweils die Erfolgsaussichten der Klage ausdrücklich als 'offen' bewertet“, betonte der BUND. Sollten sich im Verlauf des Verfahrens „neue Erkenntnisse zu erhöhten Gefahren ergeben“, schließe der Verband auch einen weiteren Eilantrag nicht aus. Für Dienstagabend rief die Umweltschutzorganisation zu einer Mahnwache in Duisburg auf.
Anti-Atomkraft-Initiativen erwarten, dass in der Nacht zum Mittwoch der erste von mehreren geplanten Castor-Transporten durch NRW rollen könnte. Die Atombehälter sollen 170 Kilometer weit von Jülich durchs Ruhrgebiet nach Ahaus im westlichen Münsterland gebracht werden. Laut der Gewerkschaft der Polizei ist ein Großeinsatz mit mehreren Tausend Einsatzkräften geplant, um Blockaden zu verhindern.



