Erster Castor-Transport erreicht Ahaus

Erster Castor-Transport erreicht Ahaus
Die umstrittenen Atommüll-Transporte von Jülich nach Ahaus haben begonnen. Laut Polizei blieben die Proteste friedlich. Der erste Castor-Behälter erreichte in der Nacht sein Ziel.

Ahaus, Jülich (epd). Der erste einer Reihe von Castor-Transporten durch Nordrhein-Westfalen hat das Brennelemente-Zwischenlager in Ahaus erreicht. Der hochradioaktive Atommüll war am späten Dienstagabend per Lkw-Transport am Forschungszentrum in Jülich gestartet und erreichte in der Nacht gegen zwei Uhr das Zwischenlager in Ahaus, wie die Polizei Münster mitteilte. Es habe keine besonderen Zwischenfälle gegeben.

An einer Demonstration gegen die Transporte in Jülich nahmen laut Polizei 27 Menschen teil, an zwei Protesten in Ahaus hätten sich insgesamt rund 380 Menschen beteiligt. Eine Versammlung in Duisburg habe 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gehabt. Die Proteste seien friedlich verlaufen, auf der Transport-Strecke sei es zu temporären Verkehrsbehinderungen gekommen.

Ziel in Ahaus ist nur Zwischenlager

Insgesamt sollen 152 Behälter mit Atommüll 170 Kilometer von Jülich im Rheinland durchs Ruhrgebiet nach Ahaus im westlichen Münsterland gebracht werden. In den vergangenen Wochen und Monaten hatten Anti-Atomkraft- und Umweltschutzgruppen bereits mehrfach gegen die Transporte protestiert. Um den Transport des Atommülls nach Ahaus hatte es einen jahrelangen Rechtsstreit gegeben.

Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung hatte im vergangenen Jahr die Genehmigung für die Castor-Transporte erteilt. Rund 300.000 Brennelementkugeln sollen ins Münsterland gebracht werden. Die Betriebserlaubnis für die Lagerstätte in Jülich ist seit Jahren ausgelaufen. Auch das Lager in Ahaus ist lediglich ein Zwischenlager. Die Brennelemente stammen aus dem 1988 stillgelegten Versuchsreaktor Jülich.