Tausende demonstrieren in Berlin gegen digitale Gewalt

Tausende demonstrieren in Berlin gegen digitale Gewalt
Bei einer Demonstration vor dem Brandenburger Tor solidarisieren sich Tausende mit der Moderatorin Collien Fernandes, darunter zahlreiche Politikerinnen.

Berlin (epd). In Berlin sind am Sonntag Tausende Menschen gegen sexualisierte digitale Gewalt auf die Straße gegangen. Die Veranstalter sprachen von 13.000 Teilnehmenden vor dem Brandenburger Tor, die Polizei schätzte die Zahl auf 6.700. Zu der Kundgebung in Solidarität mit der Moderatorin Collien Fernandes hatten das Bündnis „Feminist Fight Club“ und die Initiative „Nur Ja heißt Ja“ kurzfristig aufgerufen. Die Aktivistin Luisa Neubauer forderte in einem Redebeitrag „Gesetze, die nicht länger die Täter schützen, sondern die Opfer“.

Auf der Kundgebung sprach zudem die Geschäftsführerin der Berliner Organisation HateAid, Josephine Ballon. Zudem nahmen zahlreiche Politikerinnen teil, unter anderem die ehemalige Bundesfrauenministerin Lisa Paus (Grüne), die ehemalige Bundesvorsitzende der Grünen, Ricarda Lang, die ehemalige SPD-Parteivorsitzende Saskia Esken, die Grünen-Bundestagsabgeordnete Katrin Göring-Eckardt und die ehemalige Bundessprecherin der Grünen Jugend, Jette Nietzard.

Fernandes machte digitale Gewalt öffentlich

Die Schauspielerin Collien Fernandes wehrt sich seit einigen Jahren gegen sogenannte Deepfake-Videos von sich mit pornografischen Inhalten und hat die Bedrohung durch digitale Gewalt an ihrem eigenen Beispiel öffentlich gemacht. Inzwischen hat sie eine Person in ihrem nächsten familiären Umfeld angezeigt und wirft ihr unter anderem Identitätsdiebstahl und sexualisierte Gewalt vor.