Kretschmann: Der Glaube steht gegen das "Recht des Stärkeren"

Kretschmann: Der Glaube steht gegen das "Recht des Stärkeren"

Nürtingen, Stuttgart (epd). Das deutsche Grundgesetz ist nach Ansicht des scheidenden baden-württembergischen Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) „stark christlich imprägniert“. Ideen wie Sozialstaatlichkeit, der Schutz der Schwachen und Nächstenliebe kämen aus dem Christentum, sagte Kretschmann der „Nürtinger Zeitung“ (Samstag). „Der Satz 'Die Würde des Menschen ist unantastbar' - das ist letztlich ein religiöser Gedanke. 'Unantastbar' ist eigentlich ein profanes Wort für 'heilig'“, betonte der Katholik.

Trotz sinkender Mitgliederzahlen der Kirchen sollten sich Christen nach Kretschmanns Überzeugung weiterhin in die Gesellschaft einbringen. „Sonst verstehen wir irgendwann unsere eigene Kultur nicht mehr. Unsere Literatur, unsere Sprache, viele kulturelle Traditionen sind stark vom Christentum geprägt“, sagte er. Ohne eine Rückbesinnung gelte wieder das Recht des Stärkeren - „das ist das, was sich gerade wieder verbreitet“.