Aktivisten-Schiffe mit Hilfsgütern auf dem Weg nach Kuba

Aktivisten-Schiffe mit Hilfsgütern auf dem Weg nach Kuba
Angesichts der katastrophalen Versorgungslage in Kuba haben Aktivisten eine internationale Hilfsinitiative gestartet: Schiffe mit Lebensmitteln und Medikamenten sind auf dem Weg in das sozialistische Land.

Mexiko-Stadt (epd). Schiffe mit Hilfsgütern sind am Freitag (Ortszeit) von Mexiko aus in Richtung Kuba ausgelaufen. Die Aktion wird von der zivilgesellschaftlichen Initiative „Nuestra América“ organisiert, wie die mexikanische Zeitung „La Jornada“ berichtete. An Bord eines Schiffes, das von der Halbinsel Yucatán aus in See stach, befinden sich 30 Tonnen Hilfsgüter, darunter Medikamente und Lebensmittel sowie Solarpanels. Zwei weitere, kleinere Schiffe starteten von der Insel Isla Mujeres aus in Richtung Kuba.

Die Versorgungslage in Kuba ist derzeit verheerend. Die Wirtschaft leidet vor allem unter dem Ölembargo, das US-Präsident Donald Trump Anfang des Jahres verhängt hat. Vergangene Woche kam es in verschiedenen Städten Kubas zu Protesten gegen die schlechte Versorgungslage.

„Hoffnung und Widerstandskraft“

Der brasilianische Aktivist Thiago Ávila, der auch an der „Global Sumud“-Flottille nach Gaza teilgenommen hatte, erklärte auf einer Pressekonferenz, das Ziel des Solidaritätskonvois sei es, dass Kuba die „Hoffnung und Widerstandskraft gegen die von der US-Regierung verhängte kriminelle Blockade“ bewahre.

Ebenfalls am Freitag kündigte die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum eine weitere Hilfslieferung der Marine an, um Kubas Bevölkerung zu unterstützen. Insgesamt verschiffte die mexikanische Regierung seit Februar rund 3.000 Tonnen Hilfsgüter nach Kuba. Zudem suche Mexiko weiterhin nach Wegen, „wie wir den Kubanern Treibstoff liefern können, ohne dass dies negative Auswirkungen auf Mexiko hat“, betonte Sheinbaum.

Die Insel hat seit dem 9. Januar kein Öl mehr importiert. An diesem Tag erfolgte die letzte Lieferung aus Mexiko, bevor das Land unter dem Druck Trumps seine Kraftstofflieferungen nach Kuba einstellte. Kuba verfügt zwar als eines der wenigen karibischen Länder über eine eigene Erdölindustrie, fördert jedoch nur rund 40 Prozent des Eigenbedarfs.