Castor-Transporte kosten 150 Millionen Euro

Castor-Transporte kosten 150 Millionen Euro
Der erste von mehreren Castor-Transporten durch Nordrhein-Westfalen steht bevor. Die Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen gibt Einblicke in die Planung. Atomkraftgegner planen Proteste.

Ahaus (epd). Die geplanten Transporte von hoch radioaktivem Atommüll von Jülich nach Ahaus werden nach Angaben der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen (JEN) 150 Millionen Euro kosten. Die Ausgaben für den begleitenden Polizeieinsatz über die Autobahnen Nordrhein-Westfalens seien darin nicht enthalten, sagte die technische Geschäftsführerin der JEN, Beate Kallenbach-Herbert, am Donnerstagabend auf einer Bürgerinformation in Ahaus.

Das sei viel Geld, aber immer noch günstiger, als am Forschungszentrum Jülich ein neues Zwischenlager zu bauen. Die Kosten dafür bezifferte sie auf 400 Millionen Euro.

Ein konkretes Datum für den Start der Transporte der 152 Castorbehälter mit rund 300.000 Brennelementkugeln von Jülich ins Zwischenlager Ahaus nannte Kallenbach-Herbert nicht. Das unterliege der Geheimhaltung. Die Behälter sollen einzeln als Schwerlasttransporte mit Spezial-Lkw nach Ahaus gebracht werden.

Eilantrag gegen Transportgenehmigung blieb erfolglos

Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) hatte im vergangenen Jahr die Genehmigung für die Castor-Transporte erteilt. Grund für den Abtransport aus Jülich ist, dass die Betriebserlaubnis für die dortige Lagerstätte seit Jahren ausgelaufen ist. Das Lager in Ahaus ist lediglich ein Zwischenlager.

Die Umweltschutzorganisation BUND war vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg mit einem Eilantrag gegen den Sofortvollzug der Transportgenehmigung gescheitert, hat aber Beschwerde dagegen eingelegt. Statt der Transporte fordern Anti-Atomkraft-Initiativen eine weitere Lagerung der Castoren in Jülich und den Neubau eines Zwischenlagers dort.

Mahnwache von Atomkraftgegnern

Rund 100 Atomkraftgegner begleiteten die Veranstaltung am Donnerstag in Ahaus mit einer Mahnwache. Sie warnten vor dem „Restrisiko“ von Castor-Transporten quer durch Nordrhein-Westfalen. Anti-Atomkraft-Initiativen im Bundesland rechnen bereits für die nächste Woche mit dem ersten Castor-Transport und haben verschiedene Proteste für den „Tag X“ angekündigt.