Köln (epd). Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) will Strafbarkeitslücken bei digitaler Gewalt schließen. „Ich will mich darum kümmern, dass zum Beispiel das Herstellen und Verbreiten von pornografischen Deepfakes unter Strafe gestellt wird, damit wir da eine klare Gesetzeslage haben“, sagte Hubig bei RTL/ntv nach einer Mitteilung der beiden Fernsehsender vom Donnerstagabend. Täter sollten sich nicht mehr sicher fühlen können, sondern damit rechnen müssen, dass sie bekannt und wirksam strafrechtlich verfolgt werden. Betroffene seien vor allem Frauen.
Grundsätzlich gelte für die Aufklärung von digitaler Gewalt: Je mehr Ermittler und Ermittlerinnen, desto besser. Dafür habe sie den Ländern Unterstützung in Höhe von knapp einer halben Milliarde Euro angeboten, was auch zu mehr Personal bei den Staatsanwaltschaften führen solle, sagte Hubig.
Fernandes wehrt sich gegen Deepfake-Videos
Anlass der Debatte sind aktuelle Entwicklungen um die Schauspielerin Collien Fernandes, die sich sich seit einigen Jahren gegen sogenannte Deepfake-Videos von sich mit pornografischen Inhalten wehrt und die Bedrohung durch digitale Gewalt an ihrem eigenen Beispiel öffentlich gemacht hat. Inzwischen hat sie eine Person in ihrem nächsten familiären Umfeld angezeigt und wirft ihr unter anderem Identitätsdiebstahl und sexualisierte Gewalt vor. Zu den am Donnerstag bekannt gewordenen Vorwürfen wollte sich Hubig laut RTL/ntv nicht äußern.



