Präsident Sassou-Nguesso in Kongo-Brazzaville wiedergewählt

Präsident Sassou-Nguesso in Kongo-Brazzaville wiedergewählt
Langzeitpräsident Sassou-Nguesso sichert sich bei der Wahl in Kongo-Brazzaville eine weitere Amtszeit.

Nairobi, Brazzaville (epd). Der Langzeitpräsident von Kongo-Brazzaville, Denis Sassou-Nguesso, hat sich eine weitere Amtszeit gesichert. Wie der Innenminister Zéphirin Mboulou am Dienstagabend im Staatsfernsehen mitteilte, gewann Sassou-Nguesso die Wahl am vergangenen Sonntag mit knapp 95 Prozent der Stimmen. Der 82-Jährige regiert das zentralafrikanische Land mit einer kurzen Unterbrechung seit 1979.

Die Republik Kongo, die meist nach ihrer Hauptstadt Brazzaville benannt wird, ist ungefähr so groß wie Deutschland, hat aber nur etwas mehr als sechs Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Das Land grenzt an die deutlich größere Demokratische Republik Kongo an.

Boykott von Oppositionsparteien

In mehreren Verfassungsänderungen ließ Staatschef Sassou-Nguesso sowohl eine Begrenzung des zulässigen Präsidentenalters als auch der Amtszeiten aufheben. Die Wahlbeteiligung am Sonntag lag dem Innenminister zufolge bei etwa 85 Prozent. Medien berichteten hingegen von leeren Wahlbüros. Den sechs Gegenkandidaten wurden kaum Chancen ausgerechnet. Die beiden größten Oppositionsparteien boykottierten die Wahl, auch weil zwei ihrer wichtigsten Politiker seit mehr als zehn Jahren im Gefängnis sind.

Kongo-Brazzaville ist eines der ölreichsten Länder in Afrika. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt laut Weltbank in Armut.