Berlin, Asunción (epd). In Südamerika hat das Mercosur-Freihandelsabkommen mit der EU die letzte Hürde genommen. Am Dienstag (Ortszeit) stimmte in Paraguay das Abgeordnetenhaus dem Vertrag einstimmig zu, wie die Zeitung „La Nación“ berichtete. Paraguay war das letzte Land innerhalb des Mercosur-Staatenbündnisses, in dem die Entscheidung noch ausstand. Laut „La Nación“ erhofft sich die Regierung des Landes durch das Abkommen, neue Exportmärkte zu erschließen und mehr europäische Investoren in das Land zu bringen.
Das Abkommen zwischen der EU und den Mercosur-Ländern Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay soll die weltweit größte Freihandelszone schaffen, in der mehr als 700 Millionen Menschen leben. Obwohl das Europäische Parlament eine juristische Überprüfung des Vertragswerks gefordert hat, gab die EU-Kommission Ende Februar grünes Licht für eine vorläufige Umsetzung. Das Abkommen war im Januar nach über einem Vierteljahrhundert Verhandlungen feierlich unterzeichnet worden.
Exportchancen der EU erhöhen
Der Freihandelsvertrag sieht unter anderem vor, die Zölle auf rund 91 Prozent der zwischen der EU und dem Mercosur-Bündnis gehandelten Waren abzuschaffen. Das würde die Exportchancen der EU erhöhen und für günstigere Einkaufspreise sorgen. Zugleich gibt es in Europa Befürchtungen, dass die heimische Landwirtschaft unzureichend vor billigeren Importen aus Südamerika geschützt ist. Kritiker sehen zudem Umwelt- und Sozialstandards in Gefahr.



