Autor: Osterhase ist ein "eindimensionaler Geselle" ohne Werte

Autor: Osterhase ist ein "eindimensionaler Geselle" ohne Werte
"Ein Fest braucht eine Erzählung, eine Botschaft, um populär zu sein", sagt der Landsberger Autor Gregor von Kursell. Ostern könne da mit Weihnachten nicht mithalten.
16.03.2026
epd
epd-Gespräch: Christiane Ried

Landsberg am Lech (epd). Ostern ist laut dem Landsberger Autor Gregor von Kursell deutlich weniger populär als Weihnachten. Auch der Osterhase kann seiner Auffassung nach mit Christkind und Weihnachtsmann nicht mithalten. Der Osterhase sei zwar „putzig und kindgerecht, aber auch ein ziemlich eindimensionaler Geselle“, sagte Kursell, der sich vor allem als Weihnachtsforscher einen Namen gemacht hat, dem Evangelischen Pressedienst (epd).

Der Osterhase sei einfach ein Hase, der Eier versteckt. Er habe keine zentralen Werte und vollbringe auch keine Wunder - anders als die Gabenbringer zu Weihnachten, die mit dem „Himmel“ im Bunde stünden. „Ein Fest braucht eine Erzählung, eine Botschaft, um populär zu sein.“

Schwierige Botschaft von Kreuzestod und Auferstehung

Daran mangelt es offenbar dem Osterfest: In einer immer weniger gläubigen Gesellschaft könne die biblische Erzählung von Kreuzestod und Auferstehung Jesu nur noch schwer vermittelt werden. „Das heißt nicht, dass die Menschen sich ein Weiterleben nach dem Tod nicht mehr vorstellen können, aber nicht unbedingt im christlichen Sinne“, sagte Kursell.

Weihnachten hingegen habe schon im 19. Jahrhundert eine Botschaft entwickelt, die über die biblische Menschwerdung Gottes hinausgehe. „Da geht es um Liebe, Familie und Großzügigkeit. Wir denken an die, die es nicht so gut haben wie wir“, sagte der Autor- Ostern könne neben seiner christlichen keine solche allgemeine Botschaft vorweisen.