Papst Leo ist in den Apostolischen Palast gezogen

Papst Leo ist in den Apostolischen Palast gezogen
Zehn Monate nach seiner Wahl zum Papst ist Leo XIV. in die päpstliche Wohnung im Apostolischen Palast eingezogen. Sein Vorgänger Franziskus hatte darauf verzichtet. Nach jahrelangem Leerstand wurde die Wohnung umfassend renoviert.

Rom (epd). Papst Leo XIV. ist in seine Wohnung im Apostolischen Palast eingezogen. Laut Vatikan bezog er „zusammen mit seinen engsten Mitarbeitern“ die Räumlichkeiten, „die bereits seinen Vorgängern zur Verfügung standen“.

Seit seiner Wahl vor zehn Monaten hatte Papst Leo im Palazzo del Santo Uffizio im Vatikan gewohnt, wo er auch zuvor als Präfekt des Dikasteriums für Bischöfe seine Wohnung hatte. Der gebürtige US-Amerikaner Robert Francis Prevost war am 8. Mai zum Nachfolger von Papst Franziskus gewählt worden. Dieser hatte es in seinem zwöljährigen Pontifikat vorgezogen, im vatikanischen Gästehaus Santa Marta zu leben.

Umfassende Renovierungsarbeiten

Wegen des langen Leerstandes war die Wohnung in der dritten Loggia im Apostolischen Palast in den vergangenen Monaten umfassend renoviert worden. In italienischen Medien war von Schimmel und Wasserschäden die Rede, die beseitigt wurden. Auch die Wasser- und Elektroleitungen sollen erneuert worden sein.

Der Vatikan informierte am Samstagnachmittag über Leos Einzug, veröffentlichte aber keine Fotos von der fertigen Papstwohnung. Es wird spekuliert, dass für den 70 Jahre alten Leo ein Fitnessraum eingerichtet wurde. Die Zeitungen „La Repubblica“ und „il Messaggero“ berichteten übereinstimmend, dass die privaten Gemächer von Leo in der Mansarde direkt unter dem Dach untergebracht sein sollen.

Auszeit in Castel Gandolfo

Papst Leo nutzte bislang auch etwa einmal wöchentlich die päpstliche Residenz in Castel Gandolfo. Montags zieht er sich gerne für eine Nacht in die Unterkunft in den Albaner Bergen, rund 30 Kilometer südöstlich von Rom, zurück. Die dortige Residenz wurde von vielen Päpsten als Sommerresidenz genutzt. Leos Vorgänger Franziskus hatte auch darauf verzichtet.

Laut dem Nachrichtenportal Vaticannews war Pius X. (1903-1914) der erste Papst, der in der Wohnung im apostolischen Palast einzog. Die Wohnung besteht aus mehreren Räumen, darunter eine Bibliothek und eine private kleine Kappelle, außerdem das private Arbeitszimmer des Papstes, von dessen Fenster das Oberhaupt der katholischen Kirche sonntags mit den Gläubigen auf dem Petersplatz den Angelus betet.