Migration in die EU: Irreguläre Ankünfte sinken, Todesfälle steigen

Migration in die EU: Irreguläre Ankünfte sinken, Todesfälle steigen
Die Zahl der irregulären Einreisen in die EU ist im Januar und Februar erneut deutlich gesunken. Doch der menschliche Preis steigt: In den beiden Monaten kamen fast 660 Menschen im Mittelmeer ums Leben.

Brüssel (epd). Die Zahl der irregulären Grenzübertritte in die Europäische Union ist zu Jahresbeginn deutlich zurückgegangen. Nach Angaben der EU-Grenzschutzagentur Frontex sank sie im Januar und Februar im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 52 Prozent. Insgesamt wurden demnach fast 12.000 irreguläre Grenzübertritte registriert.

Gleichzeitig steigt der menschliche Preis der Migration. Nach Angaben der International Organization for Migration (IOM) kamen in den ersten beiden Monaten des Jahres 2026 fast 660 Menschen im Mittelmeer ums Leben. Viele der Unglücke ereigneten sich demnach bei schweren Wetterbedingungen.

Naher Osten als möglicher neuer Migrationsfaktor

Der Krieg im Nahen Osten könnte nach Einschätzung von Frontex in den kommenden Monaten neue Vertreibungen in der Region auslösen. Bisher habe dies jedoch keine spürbaren Auswirkungen auf die Migrationslage an den EU-Außengrenzen. Die Behörde beobachte die Entwicklungen weiterhin genau.

Die am häufigsten registrierten Staatsangehörigkeiten der in die EU Geflüchteten waren Afghanen, Bangladescher und Algerier. Die zentrale Mittelmeerroute von Libyen oder Tunesien in der Regel nach Italien bleibt derzeit die meistgenutzte Migrationsroute in die EU und macht laut Frontex fast 30 Prozent aller irregulären Einreisen aus. Auf der westafrikanischen Route, die durch den Atlantik zu den Kanarischen Inseln verläuft, gab es demnach den stärksten Rückgang: Dort sank die Zahl der registrierten Fälle im Vergleich zu den ersten beiden Monaten 2025 um 83 Prozent.