Gedenken zum Brandanschlag in Solingen vor zwei Jahren

Gedenken zum Brandanschlag in Solingen vor zwei Jahren
Eine Initiative ruft für den 25. März zu einer Gedenkveranstaltung in Solingen auf, um an einen tödlichen Brandanschlag vor zwei Jahren zu erinnern.

Solingen (epd). Die Initiative „Adalet - Solingen“ ruft zwei Jahre nach dem Brandanschlag auf ein Mehrfamilienhaus mit vier Toten zum Gedenken auf. Am Abend des 25. März wollen Überlebende, Familienangehörige und Unterstützer auf dem Neumarkt demonstrieren, wie die Initiative mitteilte. Danach ist eine Kundgebung vor dem betroffenen Haus geplant. Bei dem Anschlag wurde eine muslimische bulgarisch-türkische Familie mit zwei kleinen Kindern ermordet. Sie hatten im Dachgeschoss gelebt. Acht Menschen wurden verletzt, manche von ihnen schwer.

Die Veranstalter bitten darum, keine Nationalfahnen oder -symbole mitzubringen. Mit der Gedenkveranstaltung unter dem Motto „Adalet - Gerechtigkeit“ solle Raum für gemeinsames Trauern und Erinnern geschaffen sowie ein Zeichen gegen Rassismus und rechte Gewalt gesetzt werden, betonte die Initiative.

Täter wegen Mordes verurteilt

Der Täter wurde vergangenen Sommer vom Landgericht Wuppertal wegen Mordes und versuchten Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Außerdem stellte das Gericht die besondere Schwere der Schuld fest und verhängte eine Sicherungsverwahrung gegen den damals 40-jährigen Solinger. Die Brandstiftung hatte Erinnerungen an den rassistischen Anschlag von Pfingsten 1993 geweckt, als vier junge Männer aus der Neonazi-Szene das Haus der türkischstämmigen Familie Genç in Brand gesetzt hatten.