Hamburg, Stuttgart (epd). Vor einer Polarisierung in der Friedensdebatte hat die Synoden-Präses der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Anna-Nicole Heinrich, gewarnt. Oft werde die Diskussion in Schwarz und Weiß unterteilt, „in radikale Pazifisten und Mörder“, sagt Heinrich in der neuen Ausgabe des Magazins „Zeit Campus“, das am Donnerstag in Hamburg erscheint. Dabei könne „der Gang zur Bundeswehr wie auch ein Freiwilligendienst ein Friedensdienst sein“. Sich zu verteidigen, sei aus einer christlichen Grundhaltung heraus „nicht zu verteufeln“.
Ebenfalls am Donnerstag hatte die ehemalige EKD-Ratsvorsitzende Margot Käßmann in einem Gastbeitrag für das Mitgliedermagazin „Zivilcourage“ der Deutschen Friedensgesellschaft mit Sitz in Stuttgart die neue EKD-Friedensdenkschrift und deren Position zur Wehrpflicht kritisiert. Die Denkschrift habe die Chance verpasst, „deutlich zu machen, dass es nicht um Wehrpflicht geht, sondern um die Verpflichtung zum Kriegsdienst“, schrieb Käßmann. Die Verweigerung sei hier „in der Tat das deutlich christlichere Zeichen“.
Junge Leute sollen nicht systemblind sein
Heinrich wurde 2021 mit 25 Jahren in eines der höchsten Ämter der EKD gewählt. „Von jungen Menschen in großen Institutionen wird erwartet, dass sie wilder sind und noch nicht so systemblind, dass sie sagen, was ihnen auffällt“, sagt die heute 29-Jährige im Interview mit „Zeit Campus“. Vor ihr hatten die Politikerinnen Irmgard Schwaetzer und Katrin Göring-Eckardt das Amt der EKD-Präses inne.


