Gedenkstätten-Stiftung kooperiert mit ukrainischem Geheimdienstarchiv

Gedenkstätten-Stiftung kooperiert mit ukrainischem Geheimdienstarchiv
Im Zweiten Weltkrieg wurden Zehntausende Menschen aus der Sowjetunion zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt. Über ihr Schicksal ist oft nichts bekannt. Die brandenburgische Gedenkstätten-Stiftung bekommt Zugang zu ukrainischen Unterlagen.

Berlin (epd). Die Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten will in der Forschung künftig enger mit ukrainischen Partnern zusammenarbeiten. Ein entsprechender Kooperationsvertrag wurde am Mittwoch in Berlin mit dem Historischen Archiv des Sicherheitsdienstes der Ukraine (SBU) unterzeichnet.

Das ukrainische Archiv verfügt über zahlreiche Unterlagen der ehemaligen sowjetischen Geheimdienste. Die Stiftung erhofft sich neue Erkenntnisse über das Schicksal von Häftlingen nationalsozialistischer Konzentrationslager, wie etwa in Sachsenhausen, ukrainischer Zwangsarbeiter und von Häftlingen der Speziallager in der sowjetischen Besatzungszone zwischen 1945 und 1950.

KGB-Akten lange geheim

Ein zentraler Bestandteil der Vereinbarung sei die Zugänglichmachung der Bestände im SBU-Archiv und die Unterstützung von Forschenden der Gedenkstättenstiftung bei ihren Recherchen, hieß es weiter. Außerdem sieht der Kooperationsvertrag einen regelmäßigen Austausch vor.

Stiftungsdirektor Axel Drecoll erklärte, es gebe bereits seit einigen Jahren einen regen und freundschaftlichen Austausch mit den ukrainischen Kolleginnen und Kollegen. Jetzt erhalte die Kooperation einen formalen Rahmen. Der ukrainische Archivdirektor Andriy Kohut betonte, „in unserem Archiv wird der größte Aktenbestand des früheren KGB aufbewahrt, der für die Forschung zugänglich ist“.