Bündnis kritisiert Kürzungen bei internationalen Freiwilligendiensten

Bündnis kritisiert Kürzungen bei internationalen Freiwilligendiensten
Ein freiwilliges soziales Jahr im Kulturbereich war bislang auch im Ausland möglich. Doch der Freiwilligendienst "kulturweit" muss seine Arbeit einstellen. Ein falsches Signal, kritisiert ein Bündnis die Kürzungen des Bundes.

Bonn (epd). Ein zivilgesellschaftliches Bündnis kritisiert Einschnitte bei internationalen Freiwilligendiensten. Sie seien ein falsches Signal an junge Menschen, kritisierte am Dienstag in Bonn ein Bündnis aus Trägerorganisationen internationaler Freiwilligendienste Kürzungen der Bundesregierung bei Förderprogrammen, die auf interkulturelle Begegnungen junger Menschen abzielen. Deutschland sei auf gute Beziehungen zu anderen Staaten und auch auf zivilgesellschaftliche Vernetzung angewiesen.

Das Bündnis, zu dem auch die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) gehört, reagierte damit unter anderem auf die Ankündigung des Auswärtigen Amtes, dass mit „kulturweit“ im kommenden Jahr trotz ungebrochener Nachfrage ein erfolgreicher internationaler Freiwilligendienst eingestellt wird. 6.500 junge Teilnehmende konnten den Angaben nach in fast zwei Jahrzehnten für globale Zusammenhänge und Weltoffenheit sensibilisiert werden. Zudem sei der entwicklungspolitische Freiwilligendienst „weltwärts“, den das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Jahr 2008 aufgelegt hatte, in diesem Jahr erstmals von Einschnitten betroffen, hieß es.

„Abbau der Freiwilligendienste kurzsichtig angesichts globaler Krisen“

Laut Koalitionsvertrag der aktuellen Bundesregierung sollten Freiwilligendienste eigentlich gestärkt, ausgebaut und besser finanziert werden. „Bei den internationalen Freiwilligendiensten erleben wir nun das genaue Gegenteil“, erklärte Whitney Cecilia Akwouah, Geschäftsführerin des Verbandes Internationale Dienste - vidi. Dies schränke das wertvolle Angebot für junge Menschen erheblich ein und gefährde langjährige internationale Partnerschaften.

Deutschland brauche mehr und nicht weniger welterfahrene Nachwuchskräfte, die sich für eine gerechte, partnerschaftliche internationale Zusammenarbeit engagieren, erklärte Jan Gildemeister, Geschäftsführer der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF). Er nannte den Abbau internationaler Freiwilligendienste kurzsichtig angesichts zunehmender globaler Abschottung, Krisen und Konflikte.