SPD kritisiert Einstellung von Freiwilligenprogramm "kulturweit"

SPD kritisiert Einstellung von Freiwilligenprogramm "kulturweit"
Wegen Sparzwängen will das Auswärtige Amt das Freiwilligenprogramm "kulturweit" einstellen. Die SPD empört das. Bewusst seien immerhin im Haushalt mehr Mittel für solche Dienste eingeplant worden, sagt Vize-Fraktionsvorsitzende Esdar.

Berlin (epd). Die Entscheidung des Auswärtigen Amts zur Einstellung des Freiwilligenprogramms „kulturweit“ stößt in der SPD auf Kritik. Dies sei „die falsche Entscheidung zur falschen Zeit“, sagte die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Bundestag, Wiebke Esdar, dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Wer an solchen Programmen spart, spart an der Zukunft unserer offenen Gesellschaft“, sagte sie.

Esdar argumentierte, man habe in den Haushaltsverhandlungen bewusst die Mittel für Freiwilligendienste gestärkt, „weil Engagement, Austausch und Bildung gerade in unsicheren Zeiten unverzichtbar sind“. Zudem spare es kaum Geld, ein Programm wie „kulturweit“ einzustellen.

Auswärtiges Amt gab bislang fünf Millionen Euro im Jahr

Am Freitag hatten das Auswärtige Amt und die deutsche Unesco-Kommission mitgeteilt, dass die Förderung des Programms „aufgrund flächendeckender Einsparzwänge“ eingestellt werden soll. Demnach starten im September letztmalig 300 Freiwillige ihren sechsmonatigen Auslandsaufenthalt mit dem Programm. Das Außenministerium gibt bislang fünf Millionen Euro im Jahr für „kulturweit“ aus.

Das Programm war 2009 gestartet. Junge Menschen zwischen 18 und 26 Jahren können darüber ein Freiwilliges Soziales Jahr im Ausland leisten, zum Beispiel in Kultur- und Bildungseinrichtungen oder Stätten des Weltnaturerbes. Möglich sind Aufenthalte für sechs oder zwölf Monate. Seit 2015 können sich auch junge Menschen aus dem Ausland bei Einrichtungen in Deutschland engagieren.