Bündnis kritisiert zunehmenden Waffenhandel

Bündnis kritisiert zunehmenden Waffenhandel
Laut dem Sipri-Institut haben die waffenexportierenden Länder mehr Kriegsgerät ausgeführt. Das Bündnis "Aktion Aufschrei" kritisiert, das für Waffen gezahlte Geld fehle an anderen Stellen.

Stuttgart (epd). Die Kampagne „Aktion Aufschrei - Stoppt den Waffenhandel!“ warnt vor den Folgen des steigenden internationalen Handels mit Kriegswaffen. „Die Proliferation von Waffen aus den Kriegsgebieten wird die Wahrscheinlichkeit neuer bewaffneter Konflikte angesichts solcher Herausforderungen weiter befördern“, teilte das Bündnis mit Blick auf die vom Friedensforschungsinstitut Sipri veröffentlichten Zahlen am Dienstag mit.

Jürgen Grässlin, Sprecher der „Aktion Aufschrei“ und Bundessprecher der Deutschen Friedensgesellschaft mit Sitz in Stuttgart, kritisierte, mit den gelieferten Waffen werde Öl ins Feuer von Kriegen und Bürgerkriegen gegossen. „Abertausende Menschen wurden und werden zu Opfern dieser hemmungslosen Rüstungsexportpolitik“, erklärte Grässlin.

Umkehr gefordert

Dem Bündnis „Aktion Aufschrei“ gehören unter anderem die Deutsche Friedensgesellschaft, Pax Christi Deutschland, das katholische Hilfswerk Misereor oder die Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges an. Laut Sipri-Institut hat der internationale Waffenhandel zwischen 2021 und 2025 um 9,2 Prozent im Vergleich zu den fünf Vorjahren zugenommen. Deutschland rückte demnach auf Platz vier der waffenexportierenden Länder vor.

Die weltweit für Rüstung aufgewendeten Summen würden als Ressourcen den Staaten entzogen, beispielsweise zur Bekämpfung der Folgen des Klimawandels, des Hungers oder zur Lösung sozialer Probleme, teilte die „Aktion Aufschrei“ weiter mit. Das Bündnis forderte von der Bundesregierung eine Umkehr weg von Rüstungslieferungen „hin zu einer Kultur des Friedens mit Abrüstung und Friedensverhandlungen“.