Rechtsrock-Konzerte in Thüringen ziehen bundesweit Publikum an

Rechtsrock-Konzerte in Thüringen ziehen bundesweit Publikum an
Ein Gasthaus im südthüringischen Brattendorf ist zu einem Treffpunkt der Neonazi-Szene geworden. Die von dem bekannten Rechtsextremisten Tommy Frenck betriebene Immobilie zieht bundesweit Publikum an.

Hildburghausen (epd). Im Gasthof des Thüringer Rechtsextremisten Tommy Frenck haben im vergangenen Jahr 63 Konzerte der Neonazi-Szene stattgefunden. Damit habe sich das Gasthaus im südthüringischen Brattendorf zu einem bundesweiten „Rechtsrock-Hotspot“ entwickelt, sagte der Sprecher der Mobilen Beratung in Thüringen (Mobit), Felix Steiner, dem Mitteldeutschen Rundfunk (online) am Montag. In ganz Thüringen gab es 2025 nach seiner Darstellung insgesamt 100 rechtsextreme Konzerte und Liederabende.

Laut Steiner ist der Besuch des Lokals in der Neonazi-Szene mittlerweile zu einer Art Event geworden. Besucher kämen zu Konzerten, nutzten das gastronomische Angebot und könnten Szeneartikel erwerben. In der Immobilie fänden auch immer wieder Veranstaltungen statt, die sich an Familien mit Kindern richteten. Behörden sollten prüfen, ob ein solcher Ort überhaupt für Kinder und Jugendliche zugänglich sein sollte, forderte Steiner.

Dieselbe Band an mehreren Tagen hintereinander

Frenck meldet die Konzerte laut Bericht über eine Daueranmeldung an. Für den Barbereich, in dem die Auftritte stattfinden, seien demnach bis zu 40 Personen zugelassen. Häufig trete dieselbe Band an mehreren aufeinanderfolgenden Tagen auf. Den Gasthof kaufte 2018 eine Firma aus dem Umfeld der rechtsextremen Szene. Zwei Jahre später ließ sich Frenck mit einer Grundschuld von 140.000 Euro als Gläubiger in das Grundbuch eintragen.