Nürnberg, St. Blasien (epd). Der Jesuitenpater, Sozialwissenschaftler und Klimaaktivist Jörg Alt (64) hat nach 16 Jahren Nürnberg verlassen. Wie die Jesuitenmission in Nürnberg dem Evangelischen Pressedienst (epd) am Montag bestätigte, ist Alt seit Anfang des Jahres Dompfarrer in St. Blasien im Hochschwarzwald. 2021 erlangte er große Bekanntheit, nachdem er sich nach einer nächtlichen Lebensmittelrettungs-Aktion selbst wegen Diebstahls angezeigt hatte.
Alt ist Autor diverser Bücher, in denen er sich mit Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit befasst. Jörg Alt war im Jahr 2009 Initiator der Kampagne für eine Finanztransaktionssteuer unter dem Motto „Steuer gegen Armut“. Nach Auslandsaufenthalten in Belize und den USA kam er zur Jesuitenmission nach Nürnberg. Mit einem Bündnis aus 120 Organisationen und Einzelpersonen stellte er 2020 einen „Bayernplan für eine soziale und ökologische Transformation“ vor.
25 Tage in Haft
2022 schloss sich Alt einer Straßenblockadeaktion der „Letzten Generation“ an. Es folgten mehrere Aktionen für eine geänderte Klimapolitik, unter anderem mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. 2025 ging der promovierte Theologe für 25 Tage in Haft, weil er eine Geldstrafe wegen Nötigung in zehn Fällen nicht bezahlt hatte. Er begründete die Zahlungsverweigerung mit seinem Armutsgelübde als Jesuitenpater. Nach dem Gefängnisaufenthalt stellte Alt eine Schrift über die Bedingungen in der Justizvollzugsanstalt Nürnberg vor.


