Nahost-Krieg: Welternährungsprogramm warnt vor Hunger

Nahost-Krieg: Welternährungsprogramm warnt vor Hunger
Der Krieg Israels und der USA gegen den Iran dauert an. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen warnt vor einer Verschärfung von Hungerkrisen.

Berlin, Genf (epd). Das UN-Welternährungsprogramm (WFP) warnt vor wachsendem globalem Hunger als Folge des Kriegs der USA und Israels gegen den Iran. Der Konflikt unterbreche Lieferketten, treibe Energie- und Lebensmittelkosten in die Höhe und schwäche die Kaufkraft von Familien, teilte das WFP am Montag in Berlin mit.

Ein bedeutender Anteil des weltweiten Düngerhandels passiere die Straße von Hormus zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel. Jede Unterbrechung gefährde die Verfügbarkeit von Düngemitteln, senke Ernteerträge und treibe dadurch globale Lebensmittelpreise nach oben, warnte das WFP. Seit Beginn des Konflikts vor mehr als einer Woche seien die Ölpreise deutlich gestiegen. Das habe Folgen für Kraftstoff- sowie Transportkosten und könnte die globale Inflation wieder aufflammen lassen.

Vertreibung im Libanon

Die USA und Israel hatten Ende Februar eine massive Militärkampagne gegen den Iran begonnen. Das iranische Regime reagierte mit Angriffen auf US-Einrichtungen und zivile Objekte in mehreren Staaten der Region, Attacken auf Israel und der Abriegelung der Straße von Hormus, die eine wichtige Lieferroute für Öl und Gas ist.

Das Welternährungsprogramm äußerte sich auch besorgt über die unmittelbaren Folgen des Konflikts im Nahen Osten. Im Libanon komme es zu erheblicher Binnenvertreibung innerhalb einer Bevölkerung, die seit mehreren Jahren mit akutem Hunger zu kämpfen habe. Im Iran hätten wirtschaftliche Stagnation, hohe Lebensmittelpreise und ein rapider Wertverfall der Währung bereits vor dem aktuellen Konflikt zu wachsender Ernährungsunsicherheit geführt.

Anstieg der Preise in Gaza

Auch im Gaza-Streifen hätten Grenzschließungen zu Beginn der Krise zu einem starken Anstieg der Lebensmittelpreise geführt. Obwohl einige Grenzübergänge inzwischen wieder geöffnet worden seien, blieben die Preise hoch und schränkten den Zugang zu Lebensmitteln erheblich ein.