Misereor: Zivilbevölkerung im Libanon leidet unter Nahost-Krieg

Misereor: Zivilbevölkerung im Libanon leidet unter Nahost-Krieg
Von der Gewalt im Nahen Osten ist auch der Libanon betroffen. Das Hilfswerk Misereor verurteilt die Angriffe und fordert Schutz für die Zivilbevölkerung.

Aachen (epd). Unter der Ausweitung der Gewalt im Nahen Osten leidet nach Angaben des Hilfswerks Misereor auch die Zivilbevölkerung im Libanon. Die humanitäre Lage verschlechtere sich dramatisch, erklärte das katholische Hilfswerk am Samstag in Aachen. Die bislang rund 440 bereitgestellten Notunterkünfte, etwa in Schulen und Kirchen, stoßen schon jetzt an ihre Grenzen. Nach offiziellen Angaben seien bislang mehr als 120 Menschen getötet und über 700 verletzt worden. Rund 100.000 Menschen seien bereits innerhalb des Landes auf der Flucht.

Misereor forderte ein sofortiges Ende der Kampfhandlungen und einen Schutz der Zivilbevölkerung sowie humanitärer Einrichtungen. „Die Menschen im Libanon dürfen nicht erneut zu Leidtragenden eines regionalen Konflikts werden“, sagte der Leiter der Dialog- und Verbindungsstelle von Misereor im Libanon, Frank Wiegandt. Angriffe, die Zivilisten gefährden oder zur massenhaften Vertreibung führen, würden gegen das humanitäre Völkerrecht verstoßen und müssten unverzüglich beendet werden.

Dutzende Dörfer evakuiert

„Wir verurteilten aufs Schärfste, dass der Libanon in diesen Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran hineingezogen wird“, erklärte Sylvia Haddad von der Misereor-Partnerorganisation Joint Christian Committee im Libanon.

Die USA und Israel hatten am Samstag (28. Februar) eine massive Militärkampagne gegen den Iran begonnen. Das iranische Regime reagierte mit Angriffen auf US-Einrichtungen und zivile Objekte in mehreren Staaten der Region sowie mit Attacken auf Israel. Nach Raketen-Angriffen der dem Iran nahestehenden Hisbollah auf Israel hat sich der Konflikt auf den Libanon ausgeweitet.