Kultusministerin zu Religionsunterricht: Christentum steht im Fokus

Kultusministerin zu Religionsunterricht: Christentum steht im Fokus
In Niedersachsen startet im Sommer ein ökumenischer Religionsunterricht. Die katholische und die evangelische Kirche haben ihn entwickelt. In Medienberichten wurde bemängelt, das Christentum komme darin zu kurz. Die Kultusministerin widerspricht.

Hannover (epd). Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) hat den Vorwürfen widersprochen, im neuen christlichen Religionsunterricht kämen christliche Inhalte zu kurz. Das neue Fach, das ab dem Sommer schrittweise die Fächer katholische und den evangelische Religion ersetzen soll, sei „selbstverständlich“ bekenntnisgebunden, sagte die Ministerin am Samstag in Hannover.

Das neue Fach „Christliche Religion“ soll an die Stelle der bisherigen Unterrichtsfächer evangelische und katholische Religion treten. Ab August 2026 sollen evangelische und katholische Schüler der Klassen 1 bis 10 gemeinsam in Religion unterrichtet werden, statt wie bisher zumeist getrennt. Das Fach ist offen für weitere Interessierte, die keiner Kirche angehören.

Wegweisendes Modell

Die evangelischen Landeskirchen und die katholischen Bistümer hätten das bundesweit einzigartige und wegweisende Modell des christlichen Religionsunterrichts selbst entwickelt. Sie hätten auch dafür gesorgt, dass im aktuellen Entwurf der Lehrpläne christliche Themen, Handlungsperspektiven und Glaubenserfahrungen „im Fokus des Faches stehen werden“, sagte Hamburg. Der Entwurf sei noch in der Anhörung.

Die Ministerin reagierte damit auf Berichte in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ und der „Bild“. Darin wurde bemängelt, dass in den Lehrplan-Entwürfen zum christlichen Religionsunterricht Jesus nur noch in 5 der rund 130 Themen vorkomme.