Brüssel (epd). Die EU-Mitgliedstaaten haben das Klimaziel für 2040 final angenommen. Bis 2040 sollen die EU-Treibhausgasemissionen um 90 Prozent gegenüber 1990 sinken. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) begrüßte die Entscheidung am Donnerstag in Brüssel. „Das ist ein wegweisender Beschluss, der Europa stärker und sicherer machen wird. Die aktuelle Weltlage zeigt uns: Wer es schafft, weniger Öl und Gas zu verbrauchen, ist klar im Vorteil.“
Europa hat sich im EU-Klimagesetz verpflichtet, bis 2050 klimaneutral zu werden. Als erstes Etappenziel sollen die Emissionen bis 2030 um 55 Prozent sinken. Mit dem neuen Zwischenziel für 2040 legt die EU ihren Fahrplan für das kommende Jahrzehnt fest.
Schwierige Verhandlungen
Die EU hatte sich in zähen Verhandlungen zwischen EU-Kommission, EU-Parlament und Mitgliedsstaaten auf das Klimaziel verständigt. Zu dem Kompromiss, der kurz vor Beginn der 30. Weltklimakonferenz im vergangenen November erzielt wurde, gehört, dass bis zu 5 Prozent der angestrebten 90‑Prozent-Reduktion ab 2036 auch durch den Erwerb internationaler Klimazertifikate erzielt werden können. Die tatsächliche Reduktion beträgt also 85 Prozent.
Außerdem wird die Einführung des EU-Emissionshandelssystems für Straßenverkehr, Gebäude und andere Sektoren (ETS2) um ein Jahr verschoben: Brennstoffe wie Benzin und Erdgas werden erst ab 2028 einbezogen, um steigende Energiepreise für Verbraucher abzumildern. Das Emissionshandelssystem galt bislang als zentrales Instrument, um CO2 einen Preis zu geben und klimafreundliche Innovationen zu fördern.
Nachdem die EU-Staaten das Ziel angenommen haben, steht nur noch die Veröffentlichung im EU-Amtsblatt aus. 20 Tage danach tritt es in Kraft und gilt unmittelbar in allen Mitgliedstaaten.


