Dakar, Abidjan (epd). Angesichts stark gefallener Weltmarktpreise für Kakao hat die Regierung der Elfenbeinküste den staatlich festgelegten Einkaufspreis für die Bauern drastisch gesenkt. Wie Landwirtschaftsminister Bruno Nabagné Koné in der Hauptstadt Abidjan mitteilte, beträgt der neue Preis 1.200 CFA-Francs (rund 1,80 Euro) pro Kilogramm, wie der französische Sender RFI am Donnerstag berichtete. Zuvor lag der garantierte Erzeugerpreis noch bei 2.800 CFA-Francs.
Der Minister sprach RFI zufolge von einer schwierigen Entscheidung. Die Entwicklung der internationalen Kakaopreise zwinge die Regierung jedoch zu einer Anpassung. Nach einem Rekordhoch Ende 2024 sind die Kakaopreise auf dem Weltmarkt innerhalb eines Jahres um etwa 60 Prozent gefallen. Während die Maßnahme der ivorischen Regierung der Stabilisierung des Marktes dient, bedeuten die gesunkenen Preise für die Bauern einen herben Verlust. Mehrere Produzenten berichteten zudem von Verzögerungen oder Problemen bei der Bezahlung bereits gelieferter Ernten.
Festgelegter Einkaufspreis soll Weltmarktschwankungen abfedern
Die Elfenbeinküste ist mit einem Anteil von rund 45 Prozent der weltweit größte Kakao-Produzent. Der Rohstoff ist eine zentrale Einnahmequelle des westafrikanischen Landes und sichert den Lebensunterhalt von mehreren Millionen Menschen, vor allem Kleinbauern. Aufgrund der starken Schwankungen des Weltmarktpreises legt der ivorische Staat zweimal im Jahr einen garantierten Erzeugerpreis fest. Dieser garantiert den Bauern einen Mindestpreis, zu dem ihre Kakaoernte gekauft wird. Hintergrund ist, dass so die Schwankungen auf dem Weltmarkt etwas abgefedert und nicht in voller Härte an die Kleinbauern weitergegeben werden.


