Berlin (epd). Der Berliner Direktor des UN-Welternährungsprogramms (WFP), Martin Frick, warnt vor den Folgen des Iran-Krieges für humanitäre Hilfseinsätze auch in anderen Ländern. Die Krise im Nahen Osten treffe die „Verwundbarsten in einer ohnehin fragilen Region mit voller Wucht“, sagte Frick dem Evangelischen Pressedienst (epd). Dringend benötigte Hilfsmaßnahmen, die bereits unter „massiven Finanzierungslücken“ litten, würden erschwert. Auch die Logistik sei unter Druck, sagte Frick: „Jede Störung in der Straße von Hormus lässt die Kosten für Nahrungsmittel und humanitäre Transporte steigen.“
Man habe bereits Krisenpläne aktiviert, versorge Flüchtlinge im Libanon mit Notrationen und prüfe alternative Versorgungsrouten, betonte der WFP-Direktor: „Doch selbst die beste Logistik stößt an ihre Grenzen, wenn Krieg Transportrouten unterbricht und Mittel fehlen.“
„Logistisches Rückgrat der UN“
Als Reaktion auf die US-amerikanischen und israelischen Angriffe beschießt der Iran Ziele in den Golfstaaten, in denen die Vereinigten Staaten Militärbasen unterhalten. Zudem ist der Schiffsverkehr in der Straße von Hormus blockiert, wodurch die Öl- und Gaspreise steigen. Durch die Meerenge zwischen dem Iran und Oman läuft ein beträchtlicher Teil des weltweiten Transports von Öl und Gas.
Ein WFP-Sprecher sagte, Preissteigerungen bei Kraftstoff beträfen das WFP als „logistisches Rückgrat der UN mit großer Flotte besonders“. Auch die Preise für Nahrungsmittel stiegen bei Konflikten, weil Lieferketten unterbrochen, Grenzübergänge geschlossen und neue Routen gesucht werden müssten. Bereits seit Beginn des Ukraine-Krieges verharrten die globalen Nahrungsmittelpreise auf hohem Niveau.
Das Berliner Büro des Welternährungsprogramms vertritt die UN-Organisation in Deutschland, Österreich und Liechtenstein.


