Dortmunds Alternativkarneval Geierabend ist zahlungsunfähig

Dortmunds Alternativkarneval Geierabend ist zahlungsunfähig
Sie nahmen das Karnevals-Brauchtum auf die Schippe und wurden nach über 30 Jahren selbst Teil davon: die Künstler und Kabarettisten des jährlichen Dortmunder Geierabends. Doch nun ist der Alternativkarneval aus dem Pott pleite.

Dortmund (epd). Die diesjährigen Geierabende in Dortmund mit Persiflage auf Tradition und Brauchtum im Sitzungskarneval könnten nach über 30 Jahren die letzten gewesen sein. Die „Geierabend Flattermann-Factory gUG“ habe am Dienstag am Dortmunder Amtsgericht einen Insolvenzantrag eingereicht, erklärte die Gesellschaft. „Geschieht kein Wunder, ist es aber vorbei mit dem Geierabend. Schicht im Schacht. Ewiger Aschermittwoch.“

Die Unternehmergesellschaft als geschäftlicher Teil des Geierabends stellte klar, dass die Künstlerinnen und Künstler nicht betroffen seien. Auch habe die Insolvenz wenig mit dem Verlauf der aktuellen Saison zu tun. Es hätten zwar durchaus mehr Besucher sein können, räumte die UG ein. Doch dafür habe ein Wirtschaftsplan existiert.

Drückende Altlasten

Bei der Erstellung des Saisonabschlusses im Februar 2026 seien allerdings „erhebliche Altlasten und Risiken aus der Vergangenheit“ aufgetaucht, hieß es. Deshalb sei nun die Notbremse gezogen worden. Unter anderem drohen den Angaben nach Gema-Nachforderungen im unteren sechsstelligen Bereich.

Die Macher des Alternativkarnevals hoffen im Sommer noch auf einen Abschluss-Auftritt. Der sei aber angesichts der schwierigen Finanz- und Rechtslage noch nicht sicher, hieß es.

Verleihung des Anti-Preises „Pannekopp des Jahres“

Der Geierabend mit etwa 40 Veranstaltungen pro Jahr fand bisher jährlich in Dortmund statt, meist in der Karnevalszeit. Veranstalter ist das freie Theater Fletch Bizzel, das den ersten Geierabend im Jahr 1992 organisierte. Im Mittelpunkt steht die Figur des „Steigers“, der moderiert und den Negativpreis „Pannekopp des Jahres“ an Persönlichkeiten aus Politik und Unterhaltung verleiht.