Bischof Kopp zum Iran: Krieg ist immer entsetzlich

Bischof Kopp zum Iran: Krieg ist immer entsetzlich
Bayerns Landesbischof Christian Kopp blickt mit Sorge auf den Krieg im Iran und den erstarkenden Rechtspopulismus in Deutschland. Demokratie müsse immer auf Ausgleich setzen, mahnte er mit Blick auf die Kommunalwahlen im Freistaat am 8. März.
03.03.2026
epd
Von Christiane Ried (epd)

München (epd). Der bayerische evangelische Landesbischof Christian Kopp blickt mit gemischten Gefühlen auf den Krieg im Iran. „Ein Krieg ist immer das Entsetzlichste, das man sich vorstellen kann“, sagte Kopp am Dienstag im Münchner Presseclub. Zugleich betonte er, dass das islamische Regime zu unendlich viel Leid bei den Menschen geführt habe. Kopp zeigte sich dennoch skeptisch, dass die Angriffe der USA und Israels dazu führen werden, dass im Iran eine Demokratie entsteht.

Auch die Tötung des obersten Führers im Iran, Ali Chamenei, sieht der Theologe ambivalent. Aus kirchlicher Sicht sei das eine klassische Dilemma-Situation. Auf der einen Seite gebe es das Gebot „Du sollst nicht töten“, auf der anderen Seite müssten einem Regime, das Verbrechen an der eigenen Bevölkerung verübe, aber auch Grenzen gesetzt werden. Aus Gesprächen mit Exil-Iranern in Bayern wisse er, dass diese eine große Hoffnung hätten, dass sich die Situation im Iran nach Jahrzehnten zum Guten wende.

Wolkenkuckucksheim

Das Thema Krieg und Bundeswehr treibt die Landeskirche auch in Bayern um: Die Kirche lebe nicht in einem „Wolkenkuckucksheim“, man wisse, dass es viele gute, aber auch viele böse Kräfte in der Welt gebe, sagte Kopp. Dass Deutschland eine Armee brauche, werde von der großen Mehrheit in Kirchenkreisen nicht infrage gestellt. Denn Wehrdienst sei auch eine friedenserhaltende Maßnahme. Seit Anfang des Jahres bekommen 18-Jährige ein Schreiben von der Bundeswehr, in dem ihre Bereitschaft zu einem freiwilligen Wehrdienst abgefragt wird.

Um die jungen Erwachsenen bei ihrer Entscheidungsfindung zu unterstützen, hat die Landeskirche kürzlich selbst rund 22.000 Infobriefe an alle 18-jährigen evangelischen Frauen und Männer in Bayern verschickt, um ihr Wehrdienst-Beratungsnetzwerk bekannt zu machen. Ihm sei wichtig, dass die Jugendlichen wüssten, dass sie nicht allein seien und sie mit ihren Fragen und Ängsten mit jemandem reden könnten, sagte Kopp.

„Nationalismus und christlicher Glaube sind sich spinnefeind“

Auf die wachsenden nationalistischen und populistischen Tendenzen in der Welt blickt Kopp mit Sorge. „Nationalismus und christlicher Glaube sind sich spinnefeind.“ Gott kenne keine Nationen, sondern nur Menschen. Entsprechend kritisch sieht Kopp im Wahljahr 2026 auch die AfD. Auch wenn die Kirche keine parteipolitische Wahlempfehlung abgebe, müsse klar gesagt werden, „dass die Positionen, die die sogenannte Alternative für Deutschland vertritt, schlicht und einfach demokratiefeindlich sind und auch menschenfeindlich“.

Die AfD ziehe gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit in ihren Parteiprogrammen nach oben, etwa in Sachsen-Anhalt: „Sie nehmen ganz gezielt Gruppen raus, die nicht dazugehören sollen“, sagte Kopp. In Sachsen-Anhalt finden im September Landtagswahlen statt, die AfD liegt laut Wahlumfragen vorn. Der Landesbischof prangerte auch die „Kirchenfeindlichkeit“ der AfD an: „Die wollen alles dafür anstellen, dass katholische und evangelische Kirche keinen Fuß mehr auf den Boden bekommen.“

Am 8. März finden in Bayern die Kommunalwahlen statt. Vor wenigen Wochen hatte die Landeskirche ihre Kampagne „Unser starkes Kreuz für Demokratie“ gestartet. Darin will sie sich für einen fairen und menschlichen Wahlkampf einsetzen, gegen populistische Tendenzen und für ein respektvolles Miteinander.