Berlin (epd). Online-Plattformen machen es Nutzerinnen und Nutzern einer Untersuchung zufolge immer wieder schwer, illegale Inhalte als Rechtsverstöße zu melden. Untersucht wurden dafür fünf Online-Marktplätze und fünf Social-Media-Plattformen aus unterschiedlichen Nutzerperspektiven, wie der Bundesverband der Verbraucherzentralen am Montag in Berlin mitteilte.
Laut dem EU-weiten Digital Services Act (DSA) müssten die Plattformen leicht zugängliche und nutzerfreundliche Melde- und Beschwerdeverfahren anbieten. Treffen Nutzer beispielsweise auf Werbung für Fakeshops oder nicht zugelassene Nahrungsergänzungsmittel, müssen sie aber laut Verbraucherzentrale zum Teil erhebliche Hürden nehmen, um dies zu melden. „Das muss sich ändern“, forderte die Vorständin des Bundesverbands, Ramona Popp. Untersucht wurden die Online-Marktplätze AliExpress, Amazon, Shein, Temu, Zalando und die Social-Media-Plattformen Facebook, Instagram, Snapchat, TikTok und Youtube.
Bußgelder gegen Plattformen verhängen
Lange Klickpfade, unübersichtliche Auswahllisten und Doppelungen bei geforderten Angaben erschwerten die Meldungen. Teilweise kämen vorgeschriebene Eingangsbestätigungen nicht an, Entscheidungen würden durch die Plattformen gar nicht oder nicht zeitnah getroffen. Auch unterschieden sich auf den Social-Media-Plattformen anders als vorgeschrieben die Meldewege für Minderjährige nicht von denen für Erwachsene.
„Die Aufsichtsbehörden müssen wirksamer kontrollieren“, forderte Popp. Die Plattformen müssten die Regelungen des DSA endlich vollständig umsetzen und sämtliche Hürden abbauen.


