Berlin (epd). Zum 100-jährigen Bestehen der Berliner Hufeisensiedlung sind zahlreiche Veranstaltungen geplant. Anlass ist das Richtfest für den ersten Bauabschnitt vor 100 Jahren im Stadtteil Britz im Februar 1926, wie das Bezirksamt Neukölln am Montag mitteilte.
Die Siedlung im Berliner Süden entstand zwischen 1925 und 1933 als eines der ersten Ensembles im sozialen Wohnungsbau Berlins. Heute gehört sie zum Unesco-Welterbe. Architekt war Bruno Taut (1880-1938).
Anlässlich des Jubiläums sind unter anderem Diskussionen, Lesungen und Vorträge geplant. Den Auftakt macht am Freitag die Präsentation der Ausstellung „Siedlung der Berliner Moderne“, die Besonderheiten der Hufeisensiedlung und zeitgleich entstandener Komplexe erklärt.
Bauen gegen die Wohnungsnot
Die Siedlung steht seit 1968 unter Denkmalschutz. Seit 2008 ist sie wie fünf weitere Berliner Siedlungen, unter anderem die Gartenstadt Falkenberg und die Siedlung Schillerpark, Unesco-Welterbe. Alle gehören zur Architektur des Neuen Bauens, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts vorwiegend der Wohnungsnot in den Städten widmete. Dabei wurde auf eine einfache Formsprache ohne Dekorationen gesetzt. Sie sollte Aufwand und Kosten senken und trotzdem hochwertig und langlebig sein.
Manifest gegen enge Wohnblöcke
Bruno Tauts Hufeisensiedlung gilt als Manifest gegen enge Wohnblöcke. Mit vier Grundrisstypen und farblichen Akzenten plante er kostengünstigen Wohnraum, ohne monotone Bauwerke zu erschaffen. Auch die Gartenstadt Falkenberg und die Großsiedlung Onkel-Toms-Hütte in Berlin wurden von ihm entworfen.


