Berlin (epd). Die Hohenzollerngruft im Berliner Dom ist am Sonntag nach fast sechsjährigen Sanierungsarbeiten mit einem Festgottesdienst offiziell wiedereröffnet worden. Die Vorsitzende der Union Evangelischer Kirchen (UEK), die pfälzische Kirchenpräsidentin Dorothee Wüst, sagte in ihrer Predigt, im Dom als größter protestantischer Kirche Deutschlands verdichteten sich Epochen deutscher Geschichte, kirchliche Traditionen und politische Umbrüche.
An dem live im Internet übertragenen Gottesdienst nahmen vor Ort mehrere Hundert Menschen teil. Bereits am Samstag hatten bei einem Tag der offenen Tür rund 11.700 Menschen die neu gestaltete Gruft beim Rundgang durch den Dom gesehen.
Eine der größten dynastischen Familiengrüfte Europas
Die Hohenzollerngruft ist die Grablege der brandenburgischen und preußischen Herrscherfamilie. Sie zählt mit ihren 91 Särgen neben dem Escorial in Madrid und der Kapuzinergruft in Wien zu den größten dynastischen Familiengrüften in Europa.
Die Umbauarbeiten kosteten nach Angaben der Domverwaltung insgesamt rund 29,5 Millionen Euro. Grund für die Sanierung der rund 1.400 Quadratmeter großen Gruft unter der sogenannten Predigerkirche waren vor allem die Folgen des starken Besucherzuwachses in den vergangenen Jahrzehnten. Durch Feuchtigkeit und Wärme kam es dabei zu Schäden an den bis zu mehr als 500 Jahre alten Särgen aus unterschiedlichen Materialien.
Vor der Corona-Pandemie wurden jährlich bis zu 750.000 Besuchende gezählt. Im vergangenen Jahr waren es rund 630.000 Menschen. Das Bauwerk zählt zu den Touristenmagneten auf der Berliner Museumsinsel.


