Weltkirchenrat warnt vor "Spirale der Gewalt" im Nahen Osten

Weltkirchenrat warnt vor "Spirale der Gewalt" im Nahen Osten
Angesichts der militärischen Eskalation im Nahen Osten ruft der Ökumenische Rat der Kirchen zu einem sofortigen Ende der Kampfhandlungen und zu diplomatischen Lösungen auf.

Genf (epd). Der Ökumenische Rat der Kirchen (ÖRK) hat angesichts der militärischen Eskalation im Nahen Osten vor einer Ausweitung der Gewalt gewarnt. „Diese gefährliche Spirale der Gewalt bringt Millionen von Zivilisten unmittelbar in Gefahr, untergräbt die regionale und internationale Sicherheit und bedroht die ohnehin fragile wirtschaftliche und soziale Stabilität im gesamten Nahen Osten“, erklärte der Generalsekretär des Weltkirchenrats, Jerry Pillay, am Samstag in Genf.

Die sich ausweitenden Feindseligkeiten gefährdeten Menschenleben, beeinträchtigten lebenswichtige Infrastruktur und vertieften Angst und Unsicherheit unter Bevölkerungen, „die bereits langanhaltende Instabilität und Konflikte erdulden mussten“, sagte Pillay weiter.

Streitigkeiten zwischen Staaten müssen mit Völkerrecht gelöst werden

Er bekräftigte, dass Streitigkeiten zwischen Staaten durch Dialog, Konsultation und die Einhaltung des Völkerrechts gelöst werden müssten. „Militärische Konfrontation und eskalierende Vergeltungsmaßnahmen können keine nachhaltige Sicherheit oder keinen Frieden bringen“, sagte der Südafrikaner. „Stattdessen vervielfachen sie das Leid und erhöhen das Risiko eines umfassenderen regionalen Flächenbrands mit unvorhersehbaren globalen Folgen.“

Der ÖRK rief zu einer sofortigen Einstellung aller militärischen Handlungen auf. Zugleich forderte er den Schutz der Zivilbevölkerung und kritischer Infrastruktur im Einklang mit dem humanitären Völkerrecht, die umgehende Wiederaufnahme diplomatischer Bemühungen sowie koordinierte internationale Anstrengungen, um eine weitere Eskalation zu verhindern und die Stabilität wiederherzustellen.

Pillay fordert Deeskalation

Der Weg nach vorn müsse einer der Deeskalation, des Dialogs und des Respekts vor der Menschenwürde sein, betonte er. „Gewalt wird die Zukunft der Region nicht sichern; nur Gerechtigkeit, Rechenschaftspflicht und ein nachhaltiges diplomatisches Engagement können die Grundlagen für einen dauerhaften Frieden legen.“