Neue Anklagen gegen Teilnehmer an Anti-ICE-Protest in Kirche

Neue Anklagen gegen Teilnehmer an Anti-ICE-Protest in Kirche
Wegen Protesten in einer Kirche in Minnesota gegen die US-Einwanderungsbehörde ICE hat US-Justizministerin Pam Bondi Anklagen gegen 30 weitere Personen bekannt gemacht. Einige der Angeklagten wurden demnach festgenommen.

Washington (epd). US-Justizministerin Pam Bondi hat Anklagen gegen weitere 30 Personen bekannt gemacht, die am 18. Januar in einer Kirche in St. Paul (US-Staat Minnesota) gegen die Einwanderungsbehörde ICE protestiert haben sollen. Mehr als 25 der Angeklagten seien festgenommen worden. Man dürfe Gotteshäuser „nicht angreifen“, schrieb Bondi auf der Plattform X.

Proteste richteten sich gegen Kirchengemeinde

Die Demonstrierenden in der protestantischen Cities Church richteten ihren Zorn vornehmlich gegen einen Pastor der Kirche, der den Angaben zufolge zugleich in einer örtlich führenden Position für ICE tätig war. Die Demonstrierenden sollen einen Gottesdienst unterbrochen haben und Gerechtigkeit für Renee Good gefordert haben, die kurz zuvor am 7. Januar von einem ICE-Beamten erschossen worden war. Im Großraum Minneapolis, zu dem St. Paul gehört, waren zu der Zeit geschätzt mehr als 3.000 ICE-Beamte und Angehörige des Grenzschutzes im Einsatz. Die Beamten nahmen hunderte Menschen wegen Verdachts auf „illegalen Aufenthalt“ fest.

In den Tagen nach dem Protest waren mehrere Demonstranten festgenommen worden. Die Gesamtzahl der Angeklagten liegt laut Medienberichten nun bei 39. Auch zwei Journalisten wurden Ende Januar angeklagt und vorübergehend festgenommen. Dem ehemaligen CNN-Journalisten Don Lemon und der freien Journalistin Georgia Fort wird die Teilnahme am Protest vorgeworfen. Sie sollen in der Kirche gefilmt haben.