Equal Pay Day: DGB fordert gerechte Löhne für Frauen

Equal Pay Day: DGB fordert gerechte Löhne für Frauen
Bis zum 27. Februar haben Frauen in Deutschland rein rechnerisch unentgeltlich gearbeitet. Die Verdienstlücke zu den Männern ist seit dem vergangenen Jahr nicht kleiner geworden. Akteure aus Gewerkschaften und Politik fordern Gegenmaßnahmen.

Berlin (epd). Mit einer Aktion vor dem Brandenburger Tor hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) am Freitag in Berlin auf die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern aufmerksam gemacht. Anlass war der sogenannte Equal Pay Day (Tag des gleichen Lohns). Der DGB präsentierte die Lücke bildlich mit einer mit Kind und Haushaltsutensilien beladenen Frau auf einem niedrigeren Podest und einem Mann mit Kaffeebecher und Aktentasche auf einem höheren Podest.

Der unbereinigte Gender Pay Gap, die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen, betrug nach Angaben der DGB-Vorsitzenden Yasmin Fahimi 2025 in Deutschland durchschnittlich 16 Prozent. Bereinigt, also nach Abzug struktureller Nachteile wie einkommensschwächere Berufe oder häufigere Teilzeitbeschäftigung, liege der Unterschied bei sechs Prozent, ergänzte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium, Mareike Wulf (CDU).

Deutschland auf hinteren Plätzen

Fahimi forderte die Bundesregierung auf, die europäische Entgelttransparenz-Richtlinie in nationales Recht umzusetzen und nicht etwa das Arbeitszeitgesetz zu ändern. Es sei „unverschämt“, zu mehr Arbeit aufzurufen, sagte die DGB-Vorsitzende.

Mit Blick auf das Vorjahr 2024 ist der unbereinigte Gender Pay Gap laut DGB gleich geblieben. Im europäischen Vergleich liege Deutschland damit auf den hinteren Plätzen. Der EU-Durchschnitt betrug 2023 zwölf Prozent.

Der Equal Pay Day markiert symbolisch den Tag, bis zu dem Frauen in Deutschland im Vergleich zu Männern unbezahlt arbeiten, wenn beide denselben Jahreslohn erhalten. Im vergangenen Jahr fiel der Tag auf den 7. März.