Düsseldorf, Bielefeld (epd). Wegen eines mutmaßlich islamistisch motivierten Messerangriffs vor einer Bar in Bielefeld beginnt am Montag vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf der Prozess gegen einen 36-jährigen Geflüchteten aus Syrien. Der Generalbundesanwalt wirft dem Angeschuldigten vierfachen versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung und die Mitgliedschaft in der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) vor. (AZ: III-5 St 5/25)
Am Montag wird zunächst die Anklageschrift verlesen, wie eine Sprecherin des Gerichts am Donnerstag dem Evangelischen Pressedienst (epd) sagte. Wie lange der erste Verhandlungstag dauere, hänge davon ab, ob es an dem Tag Einlassungen des Angeklagten gebe. Vorgesehen sind zunächst 21 Verhandlungstage bis Anfang Juni.
Gezielt auf Gäste eingestochen
Der Angeschuldigte soll am frühen Morgen des 18. Mai vergangenen Jahres vor einem Lokal in Bielefeld mit Messern gezielt auf Gäste eingestochen haben. Dabei wurden vier Personen lebensgefährlich verletzt. Einen Tag später wurde der Mann in Heiligenhaus im Kreis Mettmann festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Da es sich um einen mutmaßlichen Terroranschlag handelt, übernahm die Bundesanwaltschaft den Fall.
Bundesanwaltschaft: Verdächtiger schloss sich 2015 dem IS an
Nach Ermittlungen der Anklagebehörde schloss sich der Mann im Jahr 2015 in Syrien dem IS an. Auch nach seiner Einreise nach Deutschland im Sommer 2023 soll der Angeschuldigte dem IS verbunden geblieben sein. Anfang Mai habe er den Entschluss gefasst, „im Namen eines weltweiten 'Heiligen Krieges' möglichst viele, willkürlich ausgewählte Menschen in Deutschland zu töten“, hieß es.
Der Angeschuldigte lebte vor dem Angriff in einer Flüchtlingseinrichtung in Harsewinkel (Kreis Gütersloh). Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hatte ihm im Dezember 2023 den Aufenthaltsstatus des subsidiären Schutzes erteilt.


