Berlin (epd). Inmitten großer Not in der Bevölkerung droht Hilfe von „Ärzte ohne Grenzen“ im Gaza-Streifen schon in der kommenden Woche das Aus. „Am 1. März verlieren wir die Registrierung in Israel“, sagte Geschäftsführer Christian Katzer am Mittwoch dem Evangelischen Pressedienst (epd). Damit werde der Zugang zu den palästinensischen Gebieten weiter eingeschränkt. Es gebe noch intensive Bemühungen, eine Möglichkeit zu finden, Aktivitäten weiterzuführen. „Die Menschen in Gaza brauchen mehr Hilfe, nicht weniger“, sagte Katzer.
Die israelische Regierung hatte die Registrierung für die Hilfsorganisation - wie für eine Reihe anderer Helfer auch - zum Jahreswechsel nicht verlängert, womit die zweimonatige Frist anlief. „Es ist völlig unklar, inwieweit wir die von uns betreuten Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen mit Nachschub versorgen können“, sagte Katzer. „Ärzte ohne Grenzen“ werde auch weiter Druck auf die deutsche Regierung ausüben, um auf Israel einzuwirken, damit die Hilfe zugelassen werde, „so wie es das humanitäre Völkerrecht vorsieht“.
Sorge um Mitarbeitende
„Ärzte ohne Grenzen“ ist nach eigenen Angaben aktuell eine der größten im Gaza-Streifen arbeitenden medizinischen Hilfsorganisationen. Ihre Teams begleiten demnach jede dritte Geburt, sichern rund 30 Prozent der Trinkwasserversorgung und kümmern sich um Patienten und Patientinnen in jedem fünften Krankenhausbett.
Mit einem neuen Registrierungsgesetz hatte Israel die Anforderungen nach oben geschraubt. Der Antrag von „Ärzte ohne Grenzen“ sei als unvollständig abgelehnt worden, weil zum Schutz der palästinensischen Mitarbeitenden bestimmte sensible Daten nicht bereitgestellt wurden, erklärte die Hilfsorganisation. Einer solchen Forderung wäre die Organisation nur bei ausreichenden Sicherheitsgarantien der israelischen Behörden nachgekommen, diese habe es aber nicht gegeben. Die Bedenken hätten sich auch aus der Erfahrung gespeist, dass 15 Mitarbeitende von der israelischen Armee getötet worden seien.


