Mehr als jeder zehnte Mediziner ist Ausländer

Mehr als jeder zehnte Mediziner ist Ausländer
Rund 13 Prozent der Ärztinnen und Ärzte in Deutschland hatten 2024 keinen deutschen Pass. Hinzu kommt eine hohe Zahl eingebürgerter Mediziner.

Wiesbaden (epd). Die Zahl ausländischer Ärztinnen und Ärzte in Deutschland hat sich binnen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Im Jahr 2024 hätten 64.000 Human- und Zahnmediziner (13 Prozent) keine deutsche Staatsangehörigkeit gehabt, teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mit. Zehn Jahre zuvor seien es noch 30.000 gewesen (7 Prozent)

Ausländische Ärztinnen und Ärzte seien im Schnitt relativ jung, hieß es weiter. Knapp die Hälfte von ihnen (49 Prozent) sei im Jahr 2024 jünger als 35 Jahre gewesen. Bei den Ärztinnen und Ärzten mit deutscher Staatsangehörigkeit waren es demnach nur 18 Prozent.

Viele Ärzte aus dem Ausland mittlerweile Deutsche

Die Zahl der Mediziner ausländischer Herkunft war laut Statistischem Bundesamt sogar noch höher. In der Human- und Zahnmedizin arbeiteten 2024 demnach 121.000 aus dem Ausland zugewanderte Ärztinnen und Ärzte (24 Prozent der gesamten Ärzteschaft). Ein Teil von ihnen besitze jedoch inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft.

Wie viele der ausländischen Mediziner ihren Abschluss in Deutschland oder im Ausland erworben haben, geht laut Bundesamt aus den Daten nicht hervor. Im vergangenen Jahr seien rund 7.000 human- und knapp 600 zahnmedizinische ausländische Abschlüsse als gleichwertig anerkannt worden. Deutsche Staatsangehörige machten hier den größten Anteil aus (21 Prozent bei den human- und 46 Prozent bei den zahnmedizinischen Abschlüssen). Die jeweils zweitgrößte Gruppe bildeten syrische Ärztinnen und Ärzte (11 beziehungsweise 12 Prozent).