Brasilien: Prozess nach Dammbruch mit mehr als 270 Toten beginnt

Brasilien: Prozess nach Dammbruch mit mehr als 270 Toten beginnt
Mehr als 270 Menschen sind beim Dammbruch im brasilianischen Brumadinho gestorben. Nun hat ein Prozess begonnen.

Salvador da Bahia, Belo Horizonte (epd). Sieben Jahre nach dem Dammbruch im brasilianischen Brumadinho mit mehr als 270 Toten hat ein Strafprozess gegen ehemalige Angestellte des Vale-Konzerns und einer TÜV-Süd-Tochterfirma begonnen. Bei dem am Montag (Ortszeit) vor dem Obersten Bundesgericht in Belo Horizonte eröffneten Verfahren geht es um die Frage, ob die Katastrophe schuldhaft verursacht worden ist. Vor der Sitzungseröffnung versammelten sich Angehörige von Opfern vor dem Gerichtsgebäude zum gemeinsamen Gebet und der Forderung nach Gerechtigkeit, wie das Nachrichtenportal „Itaiaia“ berichtete.

Am 25. Januar 2019 war der Damm eines Rückhaltebeckens einer Eisenerzmine in Brumadinho eingebrochen. Ein halbes Jahr davor hatte die brasilianische Tochterfirma von TÜV Süd dem Bergbaukonzern Vale die Sicherheit des Damms bescheinigt. Bei dem Unglück im Bundesstaat Minas Gerais starben mehr als 270 Menschen, das Gebiet wurde mit giftigem Schlamm überflutet.

Angehörige von Opfern angehört

Angeklagt sind 17 Personen, darunter ehemalige Führungskräfte, Manager und Ingenieure von Vale sowie Mitarbeitende der Tochterfirma von TÜV Süd. Die Vorwürfe lauten unter anderem auf Mord. Der Prozess soll bis Mai dauern.

Am ersten Prozesstag wurden drei Angehörige von Opfern angehört. Sie sprachen über ihre Verluste und den Schmerz, ihre Toten nicht würdig bestatten zu können. Im März sollen Ingenieure angehört werden, die eine Zertifizierung des Damms abgelehnt hatten. TÜV Süd gibt an, die Sicherheitsbescheinigung sei aufgrund sorgfältiger Prüfung und der geltenden Richtlinien erfolgt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Vale die Zertifizierer unter Druck gesetzt hat und diese Folgeaufträge nicht aufs Spiel setzen wollten.