Berlin (epd). Helferinnen und Helfer in den frontnahen Regionen der Ukraine sind laut „Aktion gegen den Hunger“ einer hohen psychischen Belastung ausgesetzt. Die Intensivierung der russischen Angriffe auf die ukrainische Energieversorgung erschwerten die Bedingungen besonders, teilte die Hilfsorganisation am Montag in Berlin mit. Freiwillige und Fachkräfte aus dem medizinischen Bereich, dem Bildungswesen oder der sozialen Arbeit arbeiteten an der Front unter „extremen Bedingungen“, manchmal ohne Licht oder Heizung, sagte Landesdirektor Benjamin Martin.
„Diese Helfer tragen das Gewicht des kollektiven Traumas, während sie gleichzeitig wie alle anderen Zivilisten ständigen Angriffen auf ihre Städte ausgesetzt sind“, sagte Martin.
Großer Bedarf an Unterstützung
In den Regionen Charkiw und Sumy weitet „Aktion gegen Hunger“ die Angebote zur psychischen Unterstützung von Helfenden aus: Die Hilfsorganisation bietet Gruppensitzungen an, die die emotionale Resilienz der Teilnehmenden steigern und emotionaler Erschöpfung und Burnout vorbeugen sollen.
Auch in der Zivilbevölkerung allgemein steige der Bedarf an psychischer Unterstützung. 83 Prozent der erwachsenen Bevölkerung haben laut „Aktion gegen den Hunger“ im vergangenen Jahr angegeben, unter anhaltendem Stress und innerer Anspannung zu leiden.
Die Hilfsorganisation äußerte sich anlässlich des vierten Jahrestags des Kriegsbeginns in der Ukraine. Am 24. Februar 2022 startete Russland seinen Angriff auf die gesamte Ukraine.


