Saarbrücken (epd). Die saarländische Feministin, Autorin und Kommunalpolitikerin Marlies Krämer ist tot. Die 88-Jährige starb bereits am 4. Februar, wie die saarländische Staatskanzlei am Donnerstag in Saarbrücken mitteilte. Krämer habe ihr ganzes Leben lang „mit Mut, Beharrlichkeit und großer persönlicher Überzeugung für die Gleichberechtigung gekämpft“, würdigte Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) die Verstorbene, die vor allem durch ihren Einsatz für Gleichberechtigung in sprachlicher Hinsicht überregional bekannt wurde. Dafür zog sie vielfach auch vor Gericht.
Krämer erreichte unter anderem, dass in Anträgen für Reisepässe seit 1996 die Formulierung „Inhaber bzw. Inhaberin“ genutzt wird. Ende der 1990er Jahre wandte sie sich erfolgreich gegen die Praxis in der Meteorologie, Hochdruckgebieten stets männliche und Tiefdruckgebieten weibliche Vornamen zu geben. Mit ihrem Ansinnen, in Sparkassen-Formularen die Bezeichnungen Kunde oder Kontoinhaber um eine weibliche Form zu ergänzen, für das sie 2020 bis vor das Bundesverfassungsgericht zog, scheiterte sie allerdings.


