Menschenrechtler rufen zu Solidarität mit syrischen Minderheiten auf

Menschenrechtler rufen zu Solidarität mit syrischen Minderheiten auf
Zu Beginn des Fastenmonats Ramadan ruft die Gesellschaft für bedrohte Völker Syrer in Deutschland auf, sich mit verfolgten Minderheiten in ihrer Heimat solidarisch zu zeigen.

Göttingen (epd). Die Gesellschaft für bedrohte Völker in Göttingen hat an Syrer in Deutschland appelliert, sich von der Verfolgung syrischer Minderheiten wie Alawiten, Drusen, Kurden und Christen durch das syrische Regime zu distanzieren. Einige sunnitisch-arabische Moscheen und Vereine in Deutschland unterstützten den syrischen Machthaber Ahmed al-Scharaa offen, kritisierte der Nahost-Referent der Menschenrechtsorganisation, Kamal Sido, am Dienstag in Göttingen.

Anlass des Aufrufs ist der Beginn des islamischen Fastenmonats Ramadan am Mittwoch. „Ramadan ist traditionell eine Zeit des Gebets, des Nachdenkens und der gegenseitigen Hilfe“, sagte Sido. „Wir fordern Moscheen, syrische Vereine sowie ihre Mitglieder in Deutschland auf, in dieser Zeit deutlich zu machen, dass sie an der Seite der verfolgten syrischen Minderheiten stehen.“

Angst auch in Deutschland spürbar

Bei islamistischen Massakern gegen Kurden, Alawiten und Drusen seien bereits Zehntausende Menschen umgebracht, verschleppt und vergewaltigt worden, sagte Sido dem Evangelischen Pressedienst (epd). Die Angst vor Angriffen sei bei Angehörigen dieser Minderheiten auch in Deutschland spürbar.

„Es ist wichtig, nicht alle sunnitisch-arabischen Syrer unter Generalverdacht zu stellen“, betonte Sido. Viele unterstützten von Deutschland aus kulturelle, humanitäre und politische Projekte in Syrien. Er appelliere an diese Menschen, die Verbrechen der neuen Machthaber in Syrien nicht kritiklos hinzunehmen. „Ich hoffe, dass ihre Erfahrungen mit Demokratie, Pressefreiheit und Glaubensfreiheit in Deutschland nach Syrien getragen werden und nicht umgekehrt.“