Studie: Hohe Arbeitsmarktintegration von ukrainischen Flüchtlingen

Studie: Hohe Arbeitsmarktintegration von ukrainischen Flüchtlingen
Ukrainerinnen und Ukrainer haben dreieinhalb Jahre nach ihrer Flucht häufiger Arbeit als Flüchtlinge aus anderen Ländern. Sie verdienen aber im Schnitt nur wenig, zeigt eine Studie.

Nürnberg, Berlin (epd). Dreieinhalb Jahre nach ihrer Flucht hat laut einer Studie die Hälfte der Ukrainerinnen und Ukrainer Arbeit. Das sei zwar unterhalb des Beschäftigungsniveaus der Durchschnittsbevölkerung, teilten das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Mediendienst Integration bei einem gemeinsamen Online-Pressegespräch am Dienstag mit. Das Niveau liege aber über den Zahlen von Flüchtlingsgruppen, die vor den Ukrainern nach Deutschland kamen. Am 24. Februar jährt sich zum vierten Mal der Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine, in dessen Folge viele Flüchtlinge von dort nach Deutschland kamen.

Laut der IAB-Studie nehmen Männer schneller Beschäftigung auf als Frauen (64 Prozent nach 42 Monaten im Vergleich zu 55 Prozent). Dies lasse sich vor allem mit der stärkeren Belastung der Ukrainerinnen durch Kinderbetreuung erklären. Etwa die Hälfte der erwerbsfähigen Ukrainerinnen in Deutschland lebe mit minderjährigen Kindern in einem Haushalt.

Mit Aufenthaltsdauer steigt Verdienst

Nach knapp drei Jahren erreichten ukrainische Vollzeitbeschäftigte demnach 72 Prozent des Bruttomedianlohns aller Angestellten in Vollzeit. Bei früheren Fluchtbewegungen sei dieses Niveau erst nach neun Jahren erreicht worden, hieß es. Es liege dennoch nur knapp über der Niedriglohnschwelle (66 Prozent).

Der Leistungsbezug von Ukrainerinnen und Ukrainern bleibe hoch. Nach 55 Monaten in Deutschland könnten 41 Prozent von ihnen ihren Lebensunterhalt nicht ohne Sozialleistungen bestreiten. Besonders hoch sei der ergänzende Leistungsbezug in Familien mit Kindern.