Berlin (epd). Trotz sinkender Migrationszahlen hält die Bundesregierung weiterhin Kontrollen an den deutschen Grenzen für nötig. Diese sollten über Mitte März hinaus für weitere sechs Monate verlängert werden, sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums am Montag in Berlin. Zur Begründung sagte er, es sei zwar eine Wende in der Migrationspolitik eingeleitet worden, diese sei aber „noch nicht am Ende angekommen“.
Seit September 2024 gibt es an allen deutschen Landgrenzen Kontrollen. Eine solche Maßnahme ist im Schengen-Raum eigentlich nur temporär und unter bestimmten Voraussetzungen vorgesehen. Die Verlängerung muss jeweils bei der EU-Kommission angemeldet und begründet werden.
Ministerium sieht Überforderung in den Kommunen
Welche konkrete Begründung in Brüssel für die nun geplante Verlängerung bis September genannt wird, sagte der Ministeriumssprecher nicht. Grundsätzlich sollten die Grenzkontrollen fortgesetzt werden, bis es eine „funktionierende europäische Migrationspolitik“ gebe. An dieser werde gearbeitet. Der Sprecher führte zudem an, dass es in den Kommunen weiterhin „Überforderungen“ durch Migrantinnen und Migranten gebe.
Angesprochen auf die Zahl der Menschen, die im Rahmen der Grenzkontrollen registriert werden, sagte der Ministeriumssprecher, diese sei „signifikant“ zurückgegangen. Eine Schwelle, ab der die Grenzkontrollen nicht mehr nötig seien, könne er aber nicht nennen.


