Troisdorf (epd). Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium, Sebastian Hartmann (SPD), sieht keine Schwierigkeiten, genügend freiwillige Wehrdienstleistende zu erreichen. „Ich bin sehr zuversichtlich“, sagte er dem Evangelischen Pressedienst (epd). 12.000 Menschen hätten im vergangenen Jahr freiwillig Wehrdienst geleistet, was einem Anstieg um etwa 20 Prozent entspreche.
Mit dem neuen Wehrdienstgesetz, das seit Anfang Januar in Kraft ist, soll die Bundeswehr wachsen. 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten sollen erreicht werden, derzeit dienen 184.000. Zusätzlich soll eine Reserve von mindestens 200.000 geschaffen werden, derzeit gibt es 60.000 beorderte Reservisten. Seit Jahresbeginn hat die Bundeswehr 40.000 Fragebögen an 18-Jährige verschickt. Männer müssen die Fragen zum Interesse an der Bundeswehr beantworten, für Frauen ist dies freiwillig.
Hartmann (48), der als 18-Jähriger selbst zunächst den Wehrdienst verweigert hatte, aber seit 2023 Offiziersanwärter in der Reserve der Bundeswehr ist, sagte: „Wir stellen eine gute Ausbildung und Ausrüstung zur Verfügung. Aber am Ende müssen die Menschen entdecken, dass der Dienst für sie sinnstiftend ist.“
Freiheit lebt von der Bereitschaft, sie zu verteidigen
„Dass wir heute in Freiheit leben können, basiert darauf, dass wir bereit sind, für diese Freiheit einzustehen. Das wird von Menschen für Menschen organisiert“, sagte der nordrhein-westfälische Bundestagsabgeordnete. Jenseits des Militärdienstes setzten sich Millionen von Menschen ehrenamtlich für den Bevölkerungsschutz ein: von der Feuerwehr bis hin zu den Rettungsdiensten und Hilfsorganisationen - auch unter Gefahr für das eigene Leben oder die Gesundheit. „Der Sozialdemokrat nennt es Solidarität, der Christ Nächstenliebe.“
„Wir wollen keinen Krieg führen“
„Wir wollen keinen Krieg führen, sondern durch Abschreckung verhindern. Das ist ein fundamentaler Unterschied zu einem Aggressor, der bereit ist, Krieg zu führen“, betonte er. Mit der Schaffung der Bundeswehr und der Einführung der allgemeinen Wehrpflicht hätten viele Jahrzehnte lang junge Männer dafür gesorgt, dass Generationen bis hin zu heute 18-Jährigen in Frieden und Freiheit leben könnten.
Man wolle der jungen Generation nicht alle Last aufbürden: Sie solle gleichzeitig das Gesellschaftsbild der Zukunft schaffen, ökonomische Umbrüche und die Verwerfungen der multipolaren Welt bewältigen. „Selbstverständlich darf das Signal nicht sein, dass all diese Herausforderungen allein durch 18-Jährige zu beantworten sind. Aber eben auch“, sagte Hartmann.


